Ski-Star Dreßen droht lange Pause

So stehen die deutschen Erfolgschancen im Corona-Winter

Thomas Dreßen
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27. November 2020 - 6:54 Uhr

Auf die Ski und Kufen, fertig, los!

Direkt zu Beginn der Wintersport-Saison flatterte die erste Hiobsbotschaft herein: Ski-Alpin-Profi Thomas Dreßen muss an der Hüfte operiert werden und fällt mehrere Wochen aus. Der 27-Jährige galt eigentlich als einer der deutschen Hoffnungsträger dieser Wintersport-Saison, in der das Thema Corona schon dominiert, bevor sie richtig angefangen hat. RTL.de zeigt, in welchen Sportarten die Aussichten gut stehen und wo ein düsterer Corona-Winter auf uns wartet.

Ski Alpin: Chancen gleich null

"Dieser Ausfall trifft uns heftig", beschrieb DSV-Chef Wolfgang Maier die bittere Dreßen-Verletzung. Grund für das niedergeschlagene Statement: Nach dem Rücktritt von Slalom-Star Felix Neureuther war Dreßen DIE Galionsfigur im deutschen Skizirkus, die regelmäßig Erfolge einfuhr. Vergangene Saison stand der Speed-Spezialist fünf Mal auf dem Stockerl. Andreas Sander, Romed Baumann und Josef Ferstl sind zwar für eine Überraschung gut, bringen aber bei Weitem nicht die Konstanz auf die Piste wie Kollege Dreßen. Bei den Frauen sieht es nach dem überraschenden Rücktritt von Siegfahrerin Viktoria Rebensburg ganz düster aus.

Biathlon: Gute Aussichten mit neuem Schießtrainer

12.02.2020, Italien, Antholz: Biathlon: Weltmeisterschaft, Training Mixed Staffel. Denise Herrmann aus Deutschland am Schießstand. Foto: Hendrik Schmidt/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Wackelte häufig am Schießstand: Denise Herrmann
© dpa, Hendrik Schmidt, hsc

Hoffnungsträgerin ist die im vergangenen Winter beste Skijägerin Denise Herrmann (3. Platz im Gesamtweltcup 2019/20). "Der Gesamtweltcup ist das Höchste, was man erreichen kann. Ich weiß, dass ich das Zeug habe, vorne dabei zu sein und den anderen das Leben sehr schwer zu machen", lautete die Kampfansage der 31-Jährigen, die mithilfe des neuen Schießtrainers Engelbert Sklorz ihre oft wackelige Leistung am Schießstand aufpolieren möchte. Neben der früheren Langläuferin haben auch Franziska Preuß und Vanessa Hinz das Zeug, vorne anzugreifen.

Bei den Männern sind die Erfolgsaussichten bei Benedikt Doll und Routinier Arnd Peiffer am größten. Um an Sieggarant Johannes Thingnes Bö aus Norwegen vorbei zu kommen, wird jedoch auch eine Portion Glück nötig sein. Darüber hinaus bereitet Corona den Biathleten große Sorgen. Vor dem Saisonauftakt im finnischen Kontiolahti liegen fast ein Dutzend positive Corona-Tests in insgesamt fünf Mannschaften vor.

Skispringen: Eisenbichler ist heiß

Sport Bilder des Tages 22.11.2020, Adam Malysz Arena, Wisla, POL, FIS Weltcup Ski Sprung, Einzelbewerb, Siegerehrung, im Bild 2. Platz Karl Geiger GER, Sieger Markus Eisenbichler GER // 2nd place Karl Geiger GER winner Markus Eisenbichler GER during
Doppelsieg zum Saisonauftakt: Karl Geiger und Markus Eisenbichler
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Dass bei den Skispringern in dieser Saison etwas drin ist, bewiesen die beiden Hoffnungsträger Markus Eisenbichler und Karl Geiger direkt zum Saisonauftakt. Die beiden DSV-Adler eröffneten die Saison mit einem Doppelsieg im polnischen Wisla. Zuletzt setzte das Duo aus Martin Schmidt und Sven Hannawald vor 20 Jahren einen derart guten Startschuss in eine Saison. Gute Aussichten also für die Ende Dezember beginnende Vierschanzentournee.

Bob: Immer für einen Sieg gut

22.11.2020, Lettland, Sigulda: Bob: Weltcup, Zweierbob, Männer, 1. Durchgang: Francesco Friedrich aus Deutschland trägt Mund-Nasen-Schutz und gestikuliert bei der Preisverleihung. Foto: Roman Koksarov/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Sieggarant Francesco Friedrich
© dpa, Roman Koksarov, nwi

Seit Jahren fester Garant auf den Sieg sind die deutschen Bobfahrer rund um Francesco Friedrich. 38 Weltcup-Siege gehen bereits auf die Kappe des 30-Jährigen. So überraschte auch nicht, dass der gebürtige Sachse zum Auftakt direkt zwei Siege in zwei Rennen mit seinem Anschieber Alexander Schüller feierte. Und damit nicht genug: Zwei Mal den zweiten Platz heimste ebenfalls ein deutsches Duo ein, bestehend aus Johannes Lochner und Anschieber Eric Franke.

Rodeln: Rückkehrerinnen machen Hoffnung

epa04621208 Natalie Geisenberger of Germany reacts during the Team Relay competition at the 45th FIL World Luge Championships in Sigulda, Latvia, 15 February 2015 EPA/VALDA KALNINA +++(c) dpa - Bildfunk+++
Natalie Geisenberger kehrt nach der Geburt ihres Kindes in den Eiskanal zurück
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Bei den Rodlerinnen feiern sowohl Natalie Geisenberger als auch Dajana Eitberger ihr Comeback nach ihren Schwangerschaften. Dass Erstere im Eiskanal offenbar nichts verlernt hat, bewies die neunfache Weltmeisterin bei den deutschen Meisterschaften, die sie für sich entschied. Auch Felix Loch durfte sich am Königssee bereits als deutschen Meister feiern. Doch seit seinem fünften Platz bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang 2018 sucht der Rekordweltmeister nach seiner Form. Nach eigener Angabe laufe es für den 31-Jährigen jedoch inzwischen besser.