Triumph trotz Beinahe-Sturz

Abfahrt in Saalbach-Hinterglemm: Dreßen feiert historischen Sieg

14. Februar 2020 - 12:21 Uhr

Das schaffte kein Deutscher zuvor

Einfach atemberaubend! Thomas Dreßen hat in Saalbach-Hinterglemm die zweite Weltcup-Abfahrt in Folge gewonnen. Knapp zwei Wochen nach seinem umjubelten Heimtriumph auf der Kandahar in Garmisch-Partenkirchen düpierte Deutschlands Ski-Ass die Weltelite erneut – und das trotz eines Beinahe-Sturzes.

Dreßen: "Spinn' ich, oder was?"

"So ganz checken tue ich es eh noch nicht", sagte Dreßen im ZDF: "Ich habe nicht mehr damit gerechnet, dass der Ski an meinem Fuß bleibt und mich schon so positioniert, dass ich es abfange und nicht stürze. Aber wie heißt's immer so schön: It's not over until the fat lady sings - und heute werde ich mitsingen."

Schon nach wenigen Metern hatte es dem 26-Jährigen auf der verkürzten, aber ruppigen Schneekristall-Piste den Außenski verschlagen. Dreßen ruderte wild mit den Armen, richtete sich auf und verhinderte einen Abflug nur knapp. Die Bestzeit schien zu diesem Zeitpunkt illusorisch, doch im weiteren Verlauf zeigte Dreßen die perfekte Fahrt.

Mit einem furiosen Finish fing er den bis dato führenden Abfahrts-Dominator Beat Feuz aus der Schweiz (+0,07 Sekunden) noch ab. Im Ziel habe er gedacht: "Spinn' ich, oder was? Mit dem Schnitzer ...", staunte Dreßen. Feuz' Teamkollege Mauro Caviezel (+0,09) komplettierte das Podium.

Dreßen gelang als erstem Deutschen das Kunststück, zwei Weltcup-Abfahrten hintereinander zu gewinnen. Mit seiner siebten Podestfahrt in der Königsdisziplin zog er zudem mit dem bisherigen deutschen Rekordhalter Markus Wasmeier gleich. In dieser Saison war es nach Lake Louise und Garmisch bereits Dreßens dritter Abfahrts-Triumph.