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Skepsis gegenüber Frauen in der Bundeswehr wächst

Skepsis gegenüber Frauen in der Bundeswehr wächst

Mehr als ein Jahrzehnt nach der vollständigen Öffnung der Bundeswehr für Frauen gibt es massive Probleme bei ihrer Integration in die Truppe. Nach einer Umfrage des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr aus 2011 wachsen unter den Soldaten die Vorbehalte gegen ihre Kameradinnen. 56,6 Prozent meinten, Frauen veränderten die Bundeswehr zum Schlechteren. 2005 waren es noch 51,6 Prozent. Jeder Dritte sagte, die Truppe verliere an Kampfkraft, und 15,6 Prozent meinten sogar, die Bundeswehr könne ihren militärischen Auftrag nicht mehr erfüllen.

Für die Studie wurden zwischen August und Oktober 2011 3058 Frauen und 1771 Männer befragt. Dabei ging es auch um das Thema sexuelle Belästigung in den Kasernen. 55 Prozent der Frauen wurden danach schon mindestens einmal sexuell belästigt. 47 Prozent berichteten über verbale Belästigungen, 25 Prozent über das sichtbare Anbringen pornografischer Darstellungen und 24 Prozent über «unerwünschte sexuell bestimmte körperliche Berührungen». Drei Prozent gaben an, Opfer sexuellen Missbrauchs geworden zu sein.

Auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf hat zwischen 2005 und 2011 laut Studie gelitten. 61,4 Prozent der Männer (2005: 51,8 Prozent) und 54,9 Prozent der Frauen (2005: 51,4) berichteten über Partnerschaftskrisen aufgrund ihres Dienstes. 43,3 der Männer und 44,2 Prozent der Frauen trennten sich sogar deswegen.