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Skandalspiel in der Europa-League-Quali: Schiri nach Fan-Attacke blutend am Boden

Schiri
Liegt blutüberströmt am Boden: Der Schiedsrichter-Assistent musste nach dem Becherwurf behandelt werden © imago/GEPA pictures, GEPA pictures/ Hans Oberlaender, imago sportfotodienst

Becherwurf aus Fanblock

Szenen wie diese haben im Fußball nichts zu suchen: Beim Hinspiel in der Europa-League-Qualifikation zwischen Sturm Graz und AEK Larnaka wird in der 75. Minute der Schiedsrichter-Assistent attackiert. Ein Becher trifft den Unparteiischen am Kopf - er geht blutend zu Boden. Sturm Graz droht jetzt nicht nur das Aus, sondern auch eine Strafe.

40 Minuten Unterbrechung

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Schiedsrichter Al-Hakim und Spieler kamen dem Verletzten direkt zur Hilfe © imago/GEPA pictures, GEPA pictures/ Hans Oberlaender, imago sportfotodienst

Sportlich und auch sonst war das Spiel für den österreichischen Club Sturm Graz zum Vergessen: Die Österreicher liegen bereits 2:0 hinten, als der Becher aus einem Fanblock geflogen kommt und den Schiedsrichter-Assistenten Fredrik Klyver direkt am Kopf trifft. Der Unparteiische taumelt zur Seitenlinie, geht dann mit einer stark blutenden Platzwunde zu Boden. Schiedsrichter Mohammed Al-Hakim reagiert sofort: Er schickt beide Mannschaften in die Kabine, unterbricht das Spiel für rund 40 Minuten, bis schließlich zu Ende gespielt wird. Graz verliert schließlich das Hinspiel der Europa-League-Qualifikation - und hat nicht nur die sportliche Seite des Spiels aufzuarbeiten.

"Wir haben Fußballfans enttäuscht"

Schiri
Trotz Behandlung ging das Spiel für ihn nicht weiter: Der vierte Offizielle sprang die restlichen 15 Minuten des Spiels als Assistent ein © imago/GEPA pictures, GEPA pictures/ Hans Oberlaender, imago sportfotodienst

Die Grazer Verantwortlichen reagieren nach dem Spiel mit einem klaren Statement, melden sich zuerst in den sozialen Medien zu Wort. "Becherwerfer sind keine Schwoazen! ("Schwarzen", Fans des Clubs, Anm. der Redaktion) Gute Besserung an den Linienrichter. Es tut uns leid", posten sie auf Instagram. Auch eine ausführliche Stellungnahme wird wenig später online verbreitet. "Dieses Verhalten eines Fans beim heutigen Europa League-Spiel ist auf keinen Fall zu akzeptieren", stellt der Verein klar. "Das schadet dem Ansehen des Fußballs und uns als Klub. Wir versuchen immer Fußball als ein positives Fest zu sehen und genau gegen diese Dinge vorzugehen. Fair Play steht bei uns an erster Stelle. Es tut uns leid, dass wir heute viele Fußballfans enttäuscht haben."

Becherwerfer gefasst

Wie die Polizei wenig später mitteilt, konnte der Becherwerfer anhand von Videobildern identifiziert und gefasst werden. Es ist zu erwarten, dass die UEFA nach dem Vorfall mindestens eine Geldstrafe aussprechen wird - höhere Sanktionen nicht ausgeschlossen. Sturms Chancen auf die Play-Off-Spiele der Europa League sind nach der Niederlage im Hinspiel ohnehin gering. Das Rückspiel in Zypern findet am kommenden Donnerstag statt.

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