RTL-Reporter Ulrich Klose berichtet exklusiv

Missbrauchs-Skandal in NRW: Haben die Täter von Lügde und Bergisch Gladbach zusammengearbeitet?

© dpa, Guido Kirchner, gki htf ve gfh

15. Januar 2020 - 9:59 Uhr

84 Jahre alter Opa soll Wohnwagen in Lügde gehabt haben

Es ist ein ungeheurer Verdacht. Die Missbrauchs-Skandale in Lügde und Bergisch Gladbach hängen möglicherweise miteinander zusammen. Die bereits verurteilten Täter in Lügde sollen mit den unter Kinderporno-Verdacht stehenden Tätern aus Bergisch Gladbach zusammengearbeitet haben. Das hat RTL-Reporter Ulrich Klose aus Ermittlerkreisen erfahren. Noch fehle es an Beweisen, aber nach RTL-Informationen fanden die Ermittler inzwischen heraus, dass auch der 84-jährige Opa des mutmaßlichen Haupttäters von Bergisch Gladbach nicht nur wegen Kindesmissbrauchs verurteilt wurde, sondern auch jahrelang einen Wohnwagen auf dem Lügder Campingplatz hatte.

Im Video: Polizei gibt grausame Details zu Fällen von Kindesmissbrauch in Bergisch Gladbach bekannt

Einen weiteren Wohnwagen soll die Familie ausgerechnet an den verurteilten Haupttäter von Lügde verkauft haben. Der Opa behauptet zwar, sich keine Opfer auf dem Campingplatz gesucht zu haben, aber aus Ermittlerkreisen heißt es, dass es in den nächsten Wochen noch mehr ans Licht kommen würde. So viele Zufälle könne es kaum geben.

Im Video: So erlebte RTL-Reporter Ulrich Klose das Lügde-Urteil

Der Fall Lügde hat das Land im vergangenen Jahr aufgerüttelt. Zwei Männer hatten dort auf einem Campingplatz Kinder und Jugendliche in mehreren hundert Fällen sexuell missbraucht und die Taten teilweise gefilmt.

Der Fall in Bergisch Gladbach ist offenbar noch monströser: Dort gibt es aktuell 42 Tatverdächtige aus ganz Deutschland, von denen zehn in Untersuchungshaft sitzen. 25 Opfer sind mittlerweile identifiziert. Die Polizei ermittelt insgesamt gegen 1.800 Menschen, die in einem Chat Bilder und Videos von missbrauchten Kindern ausgetauscht haben, die zum Teil nicht mal ein Jahr alt waren.

Auf der Online-Plattform hatten die User die Möglichkeit, ihre Kontaktdaten zu hinterlegen und sexuelle Präferenzen anzugeben. Dadurch wurden Kontakte hergestellt, mit dem Ziel, sich zum sexuellen Missbrauch von Kindern zu verabreden oder die Möglichkeit zu schaffen, kinderpornografisches Material auszutauschen.

TVNOW-Doku zu Lügde

RTL-Reporter Wolfram Kuhnigk hat sich auf Spurensuche begeben und mit Opfern und Behördenvertretern gesprochen. Warum dauerte es so lange, bis Andreas V. verhaftet wurde? Die ganze Doku zum Fall Lügde gibt es ab sofort auf TVNOW zu sehen.