Skandal um Asyl-Betrug zieht weitere Kreise

© dpa, Daniel Karmann, dka tba jai

23. April 2018 - 14:54 Uhr

Inzwischen wird gegen 2.000 Antragssteller ermittelt

Wie die Bild-Zeitung berichtet, wird gegenwärtig gegen 2.000 Antragssteller ermittelt. In einem Schreiben der Sicherheitsbehörden heißt es, dass den Antragsstellern "trotz formeller und materieller Verstöße ein Schutzstatus gewährt wurde".

Es wurde zu lange weggeguckt

Bereits im September 2016 machte Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) auf Unregelmäßigkeiten in der Bremer Behörde aufmerksam. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) reagierte darauf lange Zeit nicht. Erst 2017 wurde die Verantwortliche in der BAMF-Außenstelle in Bremen, Ulrike B., vom Dienst suspendiert. Weitere Ermittlungen erfolgten erst in der vergangenen Woche.

Ulrike B. handelte nicht alleine

Die Ermittler haben nun nicht nur Ulrike B. im Visier, sondern auch ihren ehemaligen Lebensgefährten, den Bremer Anwalt Holger Sch., den Hildesheimer Rechtsanwalt Irfan C., dessen Kollegen Cahit T. und einen Bremer Dolmetscher. Gemeinsam sollen sie Asylbewerber aus dem Irak als Jesiden ausgegeben haben, um sie somit vor der Abschiebung zu bewahren.

Manipulation des Systems

Jetzt wurde bekannt, dass Bremer Mitarbeiter des BAMF ebenfalls verhinderten, dass Antragssteller in das EURODAC-Fingerabdruck-Identifizierungssystem aufgenommen wurden. Frühere Asylanträge in anderen Bundesländern seien somit absichtlich zurückgehalten worden, erklären niedersächsische Fahnder.