Punkte werden ihm aberkannt

Skandal in der virtuellen Formel E: Daniel Abt lässt E-Sport-Profi für sich fahren

Formel-E-Pilot Daniel Abt
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24. Mai 2020 - 15:51 Uhr

Aktion fliegt erst nach dem Rennen auf

Wenn auf den echten Rennstrecken gerade nicht gefahren werden kann, dann zumindest virtuell. Die Formel 1 hat mit der "F1 Esports Virtual Grand Prix Series" einen Ersatzwettbewerb ins Leben gerufen, heute Abend, ab 19 Uhr, ist das nächste Rennen im RTL.de-Livestream zu sehen. Auch die Elektro-Rennserie Formel E hat einen virtuellen Wettbewerb gestartet. Doch bei der "Race at Home Challenge" ist jetzt ein echter Skandal aufgeflogen: Der Formel-E-Pilot Daniel Abt ist beim letzten Simulator-Rennen nicht selbst gefahren, sondern hat einen Profi rangelassen!

Österreicher Hörzing fuhr für Abt

Eigentlich sollen die virtuellen Rennen bei Motorsport-Fans für etwas Abwechslung und gute Laune sorgen, doch das fünfte Rennen der "Race at Home Challenge" zieht einen Riesen-Skandal nach sich. 

Formel-E-Pilot Daniel Abt, der als Dritter ins Ziel kam und erst durch eine nachträgliche Zeitstrafe noch auf den sechsten Platz zurückfiel, saß gar nicht selbst im Simulator, sondern ließ seinen Boliden vom einem E-Sport-Profi fahren. Am Steuer des Wagens mit der Nummer 66 saß der Österreicher Lorenz Hörzing.

Mehrere Fahrerkollegen hatten sich gewundert, wie konkurrenzfähig Abt bei diesem Rennen plötzlich gewesen sei. Hinzu kam die Tatsache, dass im Livestream, der die Fahrer zeigt, das Gesicht des vermeintlichen Daniel Abts immer verdeckt und nicht sichtbar war.

Rennserie zieht Konsequenzen

Formel E virtuell
Täuschend echt: Die virtuelle Formel E kommt den echten Boliden optisch extrem nah.
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Der 27-jährige Deutsche gab den Betrug schließlich zu und zeigte sich reumütig. "Ich möchte mich bei der Formel E, all meinen Fans, meinem Team und meinen Fahrerkollegen dafür entschuldigen, dass ich für das Rennen am Samstag Hilfe von außen in Anspruch genommen habe", so Abt in einen Statement. Er habe das virtuelle Rennen nicht so ernst genommen, wie er es hätte tun sollen. "Mir ist klar, dass mein Vergehen einen bitteren Nachgeschmack hat, aber es war niemals aus böser Absicht heraus gedacht", so Abt.

Die Rennserie hat bereits Konsequenzen gezogen. Abt werden alle Punkte aus der laufenden "Race at Home Challenge" aberkannt, zudem muss er 10.000 Euro an eine Wohltätigskeitsorganisation spenden.