Club nennt Trauer "Gebot der Mitmenschlichkeit"

Skandal in Chemnitz: Trauerbekundung für Rechtsradikalen?

Chemnitz vs VSG Altglienicke 09 03 2019 Chemnitz Stadion an der Gellertstrasse Fussball Regiona
Chemnitz vs VSG Altglienicke 09 03 2019 Chemnitz Stadion an der Gellertstrasse Fussball Regiona
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11. März 2019 - 10:52 Uhr

Stellungnahme des Vereins

Die Bilder erinnerten an ganz dunkle Zeiten: Vor der Regionalligapartie gegen Altglienicke haben die Fans des Chemnitzer FC mit einem weißen Kreuz auf schwarzem Grund und rot-weißer Pyrotechnik einem mutmaßlich rechtsradikalen Anhänger gedacht, der in der vergangenen Woche gestorben war. Medienberichte über eine "offizielle Trauerbekundung" wies der Club zurück.

"Gebot der Mitmenschlichkeit"

Der Fußball-Regionalligist teilte mit, er habe "nach dem Tod von Thomas Haller im Rahmen des Ablaufs des Stadionprogramms den CFC-Fans und Hinterbliebenen die Möglichkeit der gemeinsamen Trauer" eingeräumt. "Entgegen der Berichterstattung des MDR war dies keine offizielle Trauerbekundung."

Bei der Viertligapartie am Samstag gegen die VSG Altglienicke (4:4) war ein Porträt von Haller eingeblendet worden. Es gab eine Schweigeminute, in der Südkurve wurden ein weißes Kreuz auf schwarzem Grund und ein Transparent ausgerollt. Die schwarz gekleideten Fans zündeten zudem eine Pyro-Show in Rot und Weiß.

In einer Rede seien die Verdienste Hallers für den Verein gewürdigt worden, schrieb der Mitteldeutsche Rundfunk. Der Chemnitzer FC erklärte dazu, gemeinsame Trauer zu ermöglichen, stelle keine Würdigung des Lebensinhalts dar. "Es ist ein Gebot der Mitmenschlichkeit, den Fans des CFC und Hinterbliebenen, die darum baten, die gemeinsame Trauer zu ermöglichen", hieß es.​

Geschäftsführer tritt zurück

Trotz der abwiegelnden Stellungnahme erklärte der kaufmännische Geschäftsführer der Sachsen, Thomas Uhlig, seinen Rücktritt. "Um weiteren Schaden vom Chemnitzer FC fernzuhalten, habe ich die Entscheidung getroffen, mit sofortiger Wirkung alle Ämter niederzulegen", betonte Uhlig. Er trage in seiner Funktion die "Verantwortung für die Spieltage des CFC und dessen Begleiterscheinungen".

Haller soll Anfang der 1990er-Jahre die Organisation "HooNaRa" (Hooligans-Nazis-Rassisten) mitgegründet haben, die sich 2007 auflöste. Er leitete bis 2006 den Ordnungsdienst beim Chemnitzer FC.

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Und noch ein Eklat

Chemnitz vs VSG Altglienicke 09.03.2019, Chemnitz, Stadion an der Gellertstrasse, Fussball, Regionalliga Nordost, 24. Spieltag, Chemnitzer FC vs. VSG Altglienicke Daniel Frahn hält nach seinem Torschuß ein Hooligan- Trikot hoch Chemnitz Sachsen BRD *
Daniel Frahn jubelt mit fragwürdiger Botschaft
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Während des Spiels war es noch zu einem weiteren Eklat gekommen. CFC-Stürmer Daniel Frahn lief beim Torjubel zur Bank und hielt demonstrativ ein T-Shirt mit der Aufschrift "Support your local hools" hoch. Das werde "nicht akzeptiert", reagierte der Verein in diesem Fall mit klarer Kante: "Für Äußerungen dieser Art ist auf dem Fußballplatz kein Raum. Der Chemnitzer FC wird diesen Fall untersuchen und disziplinarische Maßnahmen prüfen."