Skandal-Auftritt in Herforder 'DITIB'-Moschee: Kinder tanzen mit Militäruniform und Waffen

© dpa, Marijan Murat, mut wst mge cul tba

27. April 2018 - 12:45 Uhr

Verstörende Bilder aus Herford

Bilder aus einer Herforder 'DITIB'-Moschee verstören gerade nicht nur das Netz: Darauf zu sehen ist eine Gruppe von kleinen Kindern in Militäranzügen, die mit Waffenattrappen auf ein Wahlkamplied Erdogans Partei 'AKP' im Kreis tanzen. Während des Auftritts rufen die Kinder Militärkommandos und stellen sich sogar tot. Aber wie kam es zu dem ominösen Auftritt mitten in Ostwestfalen und was sagen Verantwortliche und Politiker dazu?

"Als ich das Video gesehen habe, war das schon ein schockierender Moment"

In Gedanken an die blutige Schlacht von Gallipoli im 1.Weltkrieg - dem Gründungsmythos der modernen türkischen Republik - sollen sich die Türken an diesem Tag in der Moschee getroffen haben. "Als ich das Video gesehen habe, war das schon ein schockierender Moment", so Tim Ostermann, CDU-Politiker im Kreisverband Herford.

Wer ist verantwortlich für die verstörenden Aufnahmen? "Das für die Aufführung zuständige Gemeindemitglied ist kurzfristig schwer erkrankt, so dass die Aufführung von einer anderen Person vorbereitet wurde", teilte die türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion ('DITIB') schriftlich auf Anfrage von RTL mit. Angeblich habe der Vorstand nichts von der Aufführung gewusst und so kurzfristig sei sie auch nicht zu verhindern gewesen. Ob das nicht nur eine Ausrede nach den negativen Schlagzeilen ist?

"Kleine Kinder alleine in Uniformen zu sehen, ist ja schon erschreckend", findet auch unser Türkei-Experte Eren Güvercin, der selbst Deutsch-Türke ist. Ein möglicher Drahtzieher für die Aktion könnte sogar der türkische Präsident Erdogan selbst sein, schließlich stellt der sich nächstes Jahr wieder zur Wahl und sorgt derzeit überall für Aufmerksamkeit. In Herford hat er diese auf jeden Fall bekommen.

"Die Bilder aus der 'DITIB'-Moschee sind verstörend und völlig inakzeptabel. Der Vorfall bestärkt uns in unseren Befürchtungen, dass die 'DITIB' in Nordrhein-Westfalen im politischen Interesse der türkischen Regierung agiert", so Joachim Stamp, NRW-Integrationsminister (FDP).