Skandal an der Uni Köln: Nacktfotos von Studentinnen verbreitet

Hörsaal in der Universität zu Köln.
© dpa, Oliver Berg

21. April 2015 - 16:52 Uhr

Mitarbeiter stellte sogar gelöschte Daten wieder her

Es ist ein Skandal an der Uni Köln: Eine studentische Hilfskraft (32) des Instituts für Medienkultur und Theater soll persönliche Daten und Nackt-Bilder von Studentinnen auf Porno-Seiten veröffentlicht haben. Dieser Fall zeigt, wie wichtig der sorgsame Umgang mit privaten Daten auf dem Rechner ist.

Eigentlich sollte Paul H.* Lehrmaterial auf Festplatten laden. Viele Studenten brachten deshalb im guten Glauben Rechner mit ihren ganz persönlichen Daten und ließen diese für mehrere Stunden dort. Laut Anklage der Kölner Staatsanwaltschaft soll der 32-Jährige in mindestens 82 Fällen das Vertrauen der Kommilitoninnen missbraucht haben. Er kopierte demnach Daten auf seinen privaten Rechner. Mit Hilfe seines technischen Know-Hows soll der Beschuldigte sogar gelöschte Daten wiederhergestellt haben.

Einige der betroffenen Studentinnen hatten auf ihren Datenträgern Nacktfotos und Videos, die sie beim Sex zeigten. Als wäre das nicht schlimm genug, soll H. einige dieser intimen Daten - teilweise mit den echten Namen der Frauen - auf Porno-Seiten verbreitet haben.

Institutsleiter Prof. Dr. Peter Marx zeigte sich in einer öffentlichen Stellungnahme betroffen: "Die Vorgänge, die der Beschuldigte in einigen Fällen auch selbst eingeräumt hat, sind für uns alle schockierend." Weiterhin teilte das Institut mit, dass dem Mitarbeiter wegen der "Schwere der Beschuldigung und der Deutlichkeit der Beweise" schon im Juni vergangenen Jahres gekündigt wurde. Zudem wurde ein Hausverbot verhängt.

Sorgsamer Umgang mit privaten Daten wichtig

Der Kölner Medienanwalt Christian Solmecke sagte RTLAktuell.de, dass der Täter gemäß §201 StGB mit einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren oder einer Geldstrafe rechnen muss. Hinzu kommen noch zivilrechtliche Konsequenzen: "Die abgebildete Person wird durch die Veröffentlichung des Bildnisses regelmäßig in ihrem Persönlichkeitsrecht verletzt sein, sodass hier ein Anspruch auf Unterlassung in Verbindung mit einem Anspruch auf Geldentschädigung in Frage kommt."

Der Fall zeigt, wie wichtig es ist, in Sachen Datenschutz wachsam zu sein - auch wenn es einen völligen Schutz nicht geben kann. Denn auch wenn der private Rechner verkauft oder repariert wird, können intime Daten in fremde Hände geraten: "Nutzer sollten bevor sie ihren PC verkaufen immer dafür sorgen, dass die Festplatte zerstört oder zumindest irreversibel gelöscht wird. Auch wer seinen PC zur Reparatur gibt, sollte sensible Daten auf einem externen Speicher speichern und mit einer speziellen Software die Rekonstruktion gelöschter Daten unmöglich machen", sagt Solmecke.