King´s School in Großbritannien untersucht Vorwürfe

Skandal an Privatschule: Mädchen mussten knien, um Rocklänge messen zu lassen

Skandal an Privatschule: Mädchen mussten knien, um Rocklänge messen zu lassen (Symbolbild).
Skandal an Privatschule: Mädchen mussten knien, um Rocklänge messen zu lassen (Symbolbild).
© picture alliance / empics | Martin Rickett

07. April 2021 - 14:10 Uhr

Sexismus-Vorwürfe gegen britische Privatschule

Es sind schwere Anschuldigungen: In einem Online-Portal behaupten Schülerinnen der King´s School in Worcester in Großbritannien, von ihren Lehrern gezwungen worden zu sein, sich auf den Boden zu knien, damit die ihre Rocklänge messen können. Und das sind nicht die einzigen Vorwürfe. Die Privatschule hat Medienberichten zufolge jetzt eine Untersuchung eingeleitet.

Schülerinnen beschweren sich anonym über die Lehrer der Privatschule

Ein anonymer Post auf dem Portal "Everybody's Invited" hat die Untersuchung ins Rollen gebracht. Auf der Plattform tauschen sich Betroffene über ihre Erfahrungen mit sexueller Belästigung, Mobbing und Körperverletzung an Schulen und Universitäten aus. Oft es geht bei den Geschichten auch um sehr subtile Erlebnisse, die zeigen, wie tief verwurzelt Missbrauchsmuster in der Gesellschaft sind.

Eine Schülerin der King´s School schrieb der "Daily Mail" zufolge: "In den einheitlichen Regeln (der Schule, Anm.d.Red.) heißt es, dass der Rock eines Mädchens beim Knien zehn Zentimeter über den Knien sein muss, sodass mehrere Lehrer Mädchen knien ließen, um ihre Röcke zu messen". Außerdem wurden Lehrerinnen beschuldigt, "Mobber nicht bestraft" und "offensichtlich sexistische Regeln" für die Schülerinnen durchgesetzt zu haben: "Sie ließen uns denken, dass unser Körper bedeckt werden sollte und dass es unsere Verantwortung war, dafür zu sorgen, dass die Männer uns nicht anschauen", zitiert die Zeitung aus einem weiteren Post.

Direktor der King´s School kündigt Untersuchung der Sexismus-Vorwürfe an

Des Weiteren sollen Schülerinnen und Schüler beim Sport gezwungen worden sein, selbst bei 30 Grad einen kompletten Trainingsanzug zu tragen. Mehrfach soll es zu Vorfällen gekommen sein, bei denen Jungs auf dem Schulgelände Mädchen "unten angepackt" hätten, ohne dass dies Konsequenzen nach sich gezogen hätte.

Schulleiter Gareth Doodes gab im Interview mit der "Daily Mail" an, sich den Anschuldigungen bewusst zu sein und ihnen nach der Osterpause nachgehen zu wollen. Allen Betroffenen legte er nahe, ihre Erlebnisse auch offiziell zu melden.

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