"Die Situation im Januar ist dramatisch"

So groß ist die Angst der Händler und Gastronomen vor einer Pleite

08. Januar 2021 - 13:11 Uhr

Kein Lockdown-Ende in Sicht

Je länger der Lockdown geht, umso größer ist die Gefahr einer Pleitewelle für die betroffenen Geschäfte. Die Infektionszahlen bleiben weiter konstant hoch, ein Ende des Lockdowns ist nicht in Sicht. Betroffene Händler, Gastronomen und Taxifahrer erzählen RTL im Video, warum sie trotz staatlicher Hilfen um ihre Existenz fürchten müssen.

+++Alle Informationen haben wir im Corona-Ticker bei RTL.de für Sie zusammengefasst +++

#Wirmachenauf: Händler wollen am 11.01. trotz Lockdown öffnen

Um auf die Notlage aufmerksam zu machen, wollen viele Einzelhändler am 11.01. unter dem Aufruf #Wirmachenauf trotz Lockdowns ihre Läden wieder öffnen. Der bayerische Sportartikelhändler Udo Siebzehnrübl gilt als treibende Kraft hinter dem Aufruf, sieht aber von einer Öffnung seiner Geschäfte inzwischen ab. Der Grund: Rechte Querdenker missbrauchen die Aktion für ihre Zwecke.

Der überwiegende Teil des deutschen Handels sieht Aufrufe zur Öffnung von Läden und Gaststätten trotz Lockdowns kritisch. "Für den Handel steht die wirkungsvolle und schnelle Bekämpfung der Pandemie an erster Stelle", teilte der Handelsverband Deutschland (HDE) mit. "Die Händler leisten dazu einen großen Beitrag und halten sich flächendeckend an die staatlichen Vorgaben."

Die Hauptgeschäftsführerin des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga), Ingrid Hartges, sagte: "Bei allem Verständnis für den maximalen Frust, den Unmut und die immer größer werdende Verzweiflung appellieren wir an die Unternehmer, die Restaurants nicht zu öffnen und nicht gegen geltendes Recht zu verstoßen."

Handelsverband HDE und Gaststättenverband Dehoga verlangen bessere und schnellere Corona-Hilfen

Die Aktion #Wirmachenauf mache die Verzweiflung vieler Unternehmen deutlich, hieß es beim Handelsverband. "Der Handel bringt derzeit ein großes Opfer im Rahmen der Pandemie-Bekämpfung." Der Kampf gegen Corona hat vielen Händlern das Weihnachtsgeschäft verdorben. Bekleidungsgeschäfte können nun keinen Schlussverkauf machen, während die Frühjahrsware längst anrollt und bezahlt werden muss.

Es bestehe noch einiger Nachbesserungsbedarf bei den staatlichen Hilfen, damit die Kaufleute die wochenlangen Schließungen überstehen können, betonte der Handelsverband. Bei Dehoga hieß es, es sei überfällig, dass zugesagte Hilfen zur Auszahlung kommen.

"Die große Mehrheit der Läden bleibt geschlossen"

Gaststätten sind seit November für Besucher geschlossen, touristische Übernachtungen in Hotels tabu. Seit dem 16. Dezember sind auch wieder viele Geschäfte in Deutschland geschlossen. Am Dienstagabend hatten Bund und Länder vereinbart, die Schließungen bis Monatsende zu verlängern. Bei Verstößen drohen Bußgelder.

Damit soll die Ausbreitung des Coronavirus gebremst werden. Ausnahmen gelten für Geschäfte, die den täglichen Bedarf decken, darunter Lebensmittelläden, Apotheken und Drogerien.

Verstöße von Händlern und Gastronomen gegen die Auflagen sind nach einer Recherche der "Wirtschaftswoche" bislang sehr selten. "Die große Mehrheit der Geschäftsleute hält sich an die Vorgaben, ihre Läden bleiben geschlossen", bekräftigte darin auch der Deutsche Städtetag.

TVNOW-Doku "Corona - Die 2. Welle"

Wie konnte es zu den vielen Corona-Erkrankten und dann zum Teil-Lockdown kommen? Mit aufwendigen Experimenten ergründen wir das in der Doku "Corona - Die 2. Welle" auf TVNOW.