Charles Leclerc lässt Ferrari jubeln

Singapur-GP: Sebastian Vettel verpasst den Pole-Coup

21. September 2019 - 22:01 Uhr

Sebastian Vettel schnupperte an der Pole

Es hätte Sebastian Vettel so gut getan: Die Flutlicht-Pole beim Großen Preis von Singapur war in greifbarer Nähe für den Ferrari-Piloten. Doch am Ende musste der viermalige Champion einmal mehr seinem Teamkollegen Charles Leclerc und Mercedes-Mann Lewis Hamilton den Vortritt lassen.

Leclerc strahlt auch im Flutlicht von Singapur

Mit einer magischen Runde sicherte sich Leclerc Startplatz 1 für das Rennen auf dem Marina Bay Street Circuit. 1:36,217 Minuten benötigte der Monegasse für die 5,063 Kilometer lange Runde im gleißenden Flutlicht und war damit knapp zwei Zehntelsekunden schneller als WM-Spitzenreiter Hamilton.

"Oh mein Gott. Ich habe dreimal in der Runde die Kontrolle verloren. Was für eine Runde", sagte ein vollkommen euphorisierter Leclerc nach seiner fünften Pole Position in dieser Saison und der dritten in Folge: "Ich bin extrem glücklich. Wir sind hierher gekommen und wussten, dass es ein schwieriges Wochenende für uns werden würde. Wir haben aber ein paar neue Teile mitgebracht, die offenbar sehr gut funktionieren."

Vettel kann sich nicht mehr steigern

Vettel verpasste die erste Startreihe um die Kleinigkeit von 29 Tausendstel. Bitter für den 32-Jährigen: Nach seiner ersten schnellen Runde im letzten Abschnitt des Qualifyings hatte er noch souverän auf Pole-Kurs gelegen. Leclerc hatte als Zweiter 0,354 Sekunden Rückstand, Hamilton fehlte sogar eine Sekunde auf Vettel.

Doch im finalen Versuch schlugen beide zurück: Während sich Leclerc um knapp eine halbe Sekunde verbesserte, machte Hamilton sogar mehr als eine Sekunde gut. Vettel hingegen stellte sich in einer Kurve quer und brach seinen letzten Versuch vorzeitig ab.

"Ich habe mich gut gefühlt im Auto. Der letzte Versuch war nicht besonders. Aber es kann ein gutes Rennen für uns werden", sagte ein sichtbar geknickter Vettel, während die Ingenieure seines Teams Leclerc bejubelten. Dass Ferrari auf der Strecke mit den meisten Kurven im Rennkalender auf Pole fahren könnte, hatten wohl selbst die Italiener nicht geglaubt.

Ferrari: Mit neuer Nase an die Spitze

Denn der Kurs in Singapur kommt auf dem Papier deutlich mehr Mercedes und Red Bull entgegen. Ferrari aber brachte unter anderem eine neue Nase mit zum 15. WM-Lauf, die besser funktionierte als die früheren Updates.

Am Freitag im freien Training war der Rückstand der Roten auf Hamilton und auch Red-Bull-Youngster Max Verstappen beinahe schon desillusionierend groß. Über Nacht aber gelang ein gewaltiger Sprung nach vorne.

Hamilton, der trotz der zuletzt zwei Siege von Leclerc seinen sechsten WM-Titel fest im Visier hat, erkannte die Entwicklung der Scuderia an: "Ich weiß nicht, wo Ferrari heute seine Pace gefunden hat. Das war sehr stark." Er sei "froh, dass ich in der ersten Reihe zwischen den beiden stehe."

Hülkenberg in Top Ten - Ricciardo disqualifiziert

Enttäuschend verlief das Qualifying dagegen für Verstappen. Der im Vorfeld des GP-Wochenendes als Pole-Favorit gehandelte Niederländer kam mit mehr als einer halbe Sekunde Rückstand nicht über Platz 4 hinaus.

Nico Hülkenberg, dessen Vertrag bei Renault zum Jahresende ausläuft und nicht verlängert wird, schaffte als Neunter zwar den Sprung in die Top 10. Einmal mehr musste er sich aber seinem Teamkollegen geschlagen geben. Daniel Ricciardo war als Achter rund zwei Zehntel schneller. Der Australier wurde jedoch nachträglich wegen eines technischen Regelverstoßes aus der Wertung gestrichen und startet voraussichtlich aus der Boxengasse ins Rennen.

Die Ergebnisse des Qualifyings im Überblick

Das Qualifying zum Nachlesen im Ticker