Monegasse fordert Aussprache mit Ferrari-Team

Großer Preis von Singapur: Ferrari-Pilot Charles Leclerc ist enttäuscht von seinem Team

26. September 2019 - 10:24 Uhr

Leclerc liefert sich heftiges Wortgefecht mit Ferrari

Kracht es nun bei Ferrari? Charles Leclerc hat sich nach dem Singapur-Sieg seines Teamkollegen Sebastian Vettel frustriert und wütend präsentiert. Sein Wortgefecht im Boxenfunk (oben im Video) der Scuderia wird in keinem Highlight-Clip der Saison fehlen – und lässt tief blicken.

"Schwer zu verkraften"

Nach seinen Siegen in Spa und Monza betonte Leclerc, dass er ein Teamplayer sei. Und so rang er nun in Singapur auf der Verliererseite mit sich selbst und seinen Worten. "Eins und zwei" sei "gut fürs Team", sagte der 21-Jährige, doch weil es innerlich in ihm brodelte, musste er es einfach rauslassen.

"Es ist schwer zu verkraften, einen Sieg auf diese Art zu verlieren. Das ist frustrierend, enttäuschend. Aber ich werde stärker zurückkommen", sagte Leclerc, der sich durch die Boxenstrategie von Vettel übervorteilt fühlte.

"Was zur Hölle geht hier vor?"

Das war wohlgemerkt nach dem Rennen: Während des Flutlicht-Krimis hatte Leclerc weniger sanfte Töne angeschlagen. "Was zur Hölle geht hier vor!?", fauchte der Monegasse im Boxenfunk, als ihm nach dem Stopp plötzlich Vettel vor der Nase herumfuhr.

Lauschen durften die Fans auch, als Leclerc im Finale des Rennens ein hitziges Streitgespräch mit seinem Team forderte. Als er mehr Motorpower forderte, ließ ihn die Scuderia-Führung wissen, dass er den Doppelsieg nicht gefährden, mit anderen Worten also Vettel nicht mehr attackieren solle.

Leclerc wollte davon nichts wissen, beteuerte, dass er "nichts Dummes machen" werde, freilich aber seinen Stallrivalen attackieren wolle. "Das ist nicht fair, das ist nicht fair", klagte er, als Ferrari dem Verbot noch mehr Ausdruck verlieh.

Leclerc kündigt Aussprache mit Team an

Nach dem Rennen kündigte Leclerc eine Aussprache mit dem Team an, der Teamchef Mattia Binotto entspannt entgegensah. "Das wird ganz einfach, er wird schon verstehen, was dahinterstand. Er ist ein Teamplayer", sagte der Italiener bei RTL. Ob er wirklich ein Teamplayer ist, wird sich hinter verschlossenen Türen zeigen.

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