Leidenschaft und Sicherheit bei BDSM- und Fetisch-Szenetreff

Erotik-Messe obscene trotzt Coronavirus mit Karteikarten

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06. März 2020 - 22:45 Uhr

"Fesselndes Bühnenprogramm" lässt sich nicht von Coronavirus knebeln

Messe-Absagen wegen des Coronavirus sind zurzeit eher die Regel als die Ausnahme. Doch ausgerechnet eine Messe, die für Leidenschaft und zwischenmenschliche Kontakte steht wie kaum eine andere trotzt dem Coronavirus: Die obscene, eine Messe für Erotik, BDSM, Fetisch, Burlesque, Gothic und Steampunk findet am Wochenende in Sindelfingen statt. Unter dem Motto "Lebe deine Leidenschaft" lassen sich die Veranstalter von einigen Auflagen die Lust nicht nehmen: Der Szene-Treffpunkt findet statt - Karteikarten sei dank!

Fesseln für die Leidenschaft - Karteikarten für mögliche Infektionsketten

Besucher der obscene haben sicher keine Angst vor Ketten, einige freuen sich bestimmt besonders auf die vom Veranstalter beworbenen "inspirierenden Workshops" zu Fesselspielchen und Bondage auf der Bühne. Doch was ist mit möglichen Infektionsketten im Falle einer Coronavirus-Infektion bei Besuchern oder Ausstellern? Die Stadt Sindelfingen forderte vom obscene-Veranstalter Vor- und Zuname sowie Telefonnummer eines jeden Besuchers zu erfassen.

Neben Lack und Leder kommen da Karteikarten ins Spiel. Wie die Veranstalter auf der Homepage der Messe bekannt gaben, muss jeder Besucher bei seiner Ankunft eine Blanko-Karteikarte mit seinen Daten ausfüllen. "Dieses Kärtchen wandert in ein geschlossenes Behältnis. Nach der Veranstaltung müssen diese Kärtchen von uns als Veranstalter vier Wochen aufgehoben werden. Danach müssen wir sie vernichten", so die Mitteilung. Im Falle einer bestätigten Infektion erhält demnach das Gesunheitsamt Zugriff auf die Daten. Unter Beachtung der üblichen Vorsichtsmaßnahmen wird den Besuchern gewünscht, dem Motto des Szene-Treffs treu zu bleiben: "Live your fantasy".