2020 sollten Menstruationsprodukte günstiger werden...

Sind Tampons jetzt doch wieder teurer?

Kampf gegen «Perioden-Armut»
© dpa, Sebastian Kahnert, skh sab fgj

19. Januar 2020 - 13:16 Uhr

Tampons, Binden & Co sollten 2020 günstiger werden

Es ist doch nicht ganz geschafft. Tampons, Binden, Menstruationstassen & Co. sollten ab 2020 günstiger werden. Der Bundestag beschloss Ende 2019: Frauen müssen für Menstruationsprodukte ab 2020 statt 19 Prozent nur noch sieben Prozent zahlen. Das bedeutete zunächst: Weniger Geld ausgeben. Doch Pustekuchen! Ausgerechnet die Hersteller machen den Frauen nun einen Strich durch die Rechnung.

Handelskette will die Preiserhöhung nicht akzeptieren

Weniger Steuern sollte für die Betroffenen auch bedeuten: im Handel weniger Kohle zahlen. Doch einige Hersteller von Menstruationsprodukten sollen pünktlich zur Steuersenkung ihre Preise erhöht haben. Das berichtet der Tagesspiegel. Demnach soll auch Kaufland die Preiserhöhungen erhalten haben. Die Handelskette verstehe die höheren Forderungen der Lieferanten nicht. "Aktuell ist uns nicht bekannt, dass die Preise für Rohstoffe erhöht wurden", Kaufland-Einkäufer Yalcin Cem im Interview mit dem Tagesspiegel. Man wolle die Preiserhöhung nicht so schnell akzeptieren und wolle jetzt verhandeln. 

"Die Periode ist kein Luxus"

Viele Frauen hatten die "Luxussteuer" auf Periodenprodukte bereits seit Jahren kritisiert. Der ermäßigte Steuersatz von sieben Prozent ist nämlich offiziell für wichtige Güter des täglichen Bedarfs vorgesehen. Tampons fielen damit nach Ansicht des Gesetzgebers nicht darunter. 

Anfang 2019 machten einige Aktivistinnen ernst und starteten auf der Plattform change.org unter dem Motto "Die Periode ist kein Luxus" eine Petition, um die "Tampon Tax" endlich abzuschaffen. Fast 200.000 Menschen unterschrieben damals die Onlinepetition.

Im Kampf gegen die "Perioden-Armut"

Heute zählt Schottland zu den Vorreitern im Kampf gegen die "Perioden-Armut". Die dortige Regierung legte ein Millionen Pfund schweres Programm auf, um allen Schülerinnen und Studentinnen kostenlos Binden und Tampons zur Verfügung zu stellen. Kommunen wie North Ayrshire bei Glasgow bieten in öffentlichen Gebäuden, etwa Büchereien, ebenfalls kostenlose Hygieneartikel an. Kanada, Irland, Australien, Kenia und einige US-Staaten schafften zumindest die Steuer darauf ab.

So weit gehen die Behörden in Deutschland noch nicht. Doch die Mehrwertsteuersenkung zum 1. Januar bedeutete zumindest, dass Menstruationsprodukte in den großen Drogerien etwas günstiger werden. dm bietet die kleine Packung seiner Mini-Tampons statt für 1,25 Euro jetzt für 1,05 Euro an. Auch Rossmann, Budni und Kaufland zogen mit. "Die vollständige Weitergabe des Steuervorteils ab 2020 ist für uns eine Selbstverständlichkeit", erklärte Kaufland-Einkäufer Yalcin Cem.