Ehemann einer Geschäftsführerin gehörte laut Innenressort zur Führung der Hells Angels

Sind die Hells Angels wieder im Bremer Rotlichtmilieu aktiv?

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24. Februar 2021 - 8:31 Uhr

Streit wegen Bordellen

Die rot-grün-rote Regierungskoalition in Bremen streitet sich wegen Bordellen, hinter denen die im Bundesland verbotene Rockergruppe Hells Angels stehen soll. Die beteiligten Ressorts einigten sich nach Angaben vom Dienstag (23.02.) aber auf eine Auszeit. Der Hintergrund der Betriebe solle nun genauer ausgeleuchtet werden.

Antrag für Bordell

Dabei geht es um den Antrag für ein Bordell, das in Bahnhofsnähe eingerichtet werden soll, sowie ein bereits existierendes Bordell in der Bremer Neustadt. Für dieses haben die Betreiber offenbar vorab angefragt, ob zusätzlich eine Spielhalle eröffnet werden darf. Der Ehemann einer Geschäftsführerin gehörte nach Angaben des Innenressorts bis zum Verbot 2013 zur Führung der Hells Angels in Bremen. Er führe jetzt deren Ableger in Delmenhorst in Niedersachsen. Die Polizei rechnet die Rocker zur Organisierten Kriminalität.

Am Ende könnte auch ein Widerruf der Erlaubnis stehen

"Das Moratorium verschafft den beteiligten Behörden Zeit, alle Fakten detailliert zusammenzutragen und erneut gemeinsam zu bewerten", sagte Innensenator Ulrich Mäurer (SPD). Dazu werde man mit der Polizei in Niedersachsen zusammenarbeiten. Am Ende könnte auch ein Widerruf der Erlaubnis für das Bordell in der Neustadt stehen. Auch Bausenatorin Maike Schaefer von den Grünen sagte, es sollten alle Möglichkeiten von Bau- und Gewerberecht genutzt werden, um der Organisierten Kriminalität entgegenzutreten. Das Wirtschaftsressort von Kristina Vogt (Linkspartei) hatte dagegen bislang argumentiert, die Hinweise der Polizei seien nicht rechtssicher genug, um den Antrag auf das neue Bordell abzulehnen. Mäurers Mitteilung zufolge hat das Wirtschaftsressort allerdings zugesagt, in der Prüfzeit keine Entscheidungen zu treffen.


Quelle: DPA / RTL.de