Weil durch Corona die Touristen ausbleiben

500 Elefanten sollen zum Abschuss freigegeben werden

Simbabwe (Südafrika) beherbergt die zweitgrößte Elefantenpopulation der Welt. Nur im Nachbarland Botsuana leben noch mehr.
Simbabwe (Südafrika) beherbergt die zweitgrößte Elefantenpopulation der Welt. Nur im Nachbarland Botsuana leben noch mehr.
© dpa, Charmaine Noronha, DF pat sab

23. April 2021 - 17:07 Uhr

Simbabwe will Nationalpark mit Jagdlizenzen für Elefanten finanzieren

Weil Reisen in der Coronazeit verboten sind, sollen sie jetzt sterben. Bis zu 500 bedrohte Elefanten sollen im südafrikanischen Simbabwe Nationalpark zum Abschuss freigegeben werden, damit sich der Nationalpark weiterhin über Wasser halten kann. Dem Park ist durch die Pandemie der Tourismus weggebrochen. Die entstandenen finanziellen Defizite sollen nun mit teuren Jagdlizenzen für die Dickhäuter gestopft werden – so der Plan. Tierschützer sind entsetzt.

Bis zu 70.000 US-Dollar Einnahmen pro Tier

500 Elefanten aus dem Simbabwe Nationalpark in Südafrika sollen für möglichst viel Geld sterben und das ganz legal. Gegenüber CNN bestätigt Tinashe Farawo, ein Sprecher der Zimbabwe Parks and Wildlife Management Authority, das geplante Vorhaben: "Wir haben ein Budget von rund 25 Millionen Dollar für unseren Betrieb. Dieses Budget bessern wir zum Teil durch Jagdlizenzen auf". Das millionenschwere Budget reiche durch den eingebrochenen Tourismus in der Pandemie nicht mehr aus, um den Park zu unterhalten.

Gegenüber dem amerikanische Nachrichtenportal "Bloomberg Green" begründet der Sprecher den Plan mit akuter Geldnot. "Wie finanzieren wir unsere Operationen, wie bezahlen wir unsere Männer und Frauen, die 20 Tage im Park verbringen, um sich um diese Tiere zu kümmern? Diejenigen, die gegen unser Management sind, sollten uns stattdessen die Mittel geben, um diese Tiere besser zu managen." Eine Abschusslizenz soll zwischen 10.000 und 70.000 US-Dollar kosten – je nach Größe des Tieres. Das sind umgerechnet bis zu 58.000 Euro Einnahmen pro Tier. Gejagt werden soll nur in Jagd-Konzessionen, nicht aber in den Parks, die von Foto-Safari Touristen besucht werden.

Tierschützer sind entsetzt

Simiso Mlevu, Sprecherin der Umweltschutz- und Menschenrechtsgruppe Center for Natural Resource Governance sagt CNN, dass die Entscheidung "entsetzlich" sei. "Wir verurteilen die Trophäenjagd scharf". Und weiter: "Es ist nahezu sicher, dass die überlebenden Wildtierfamilien, die das sinnlose Abschießen von ihren Familienmitgliedern miterleben, Vergeltung gegenüber den Dorfbewohnern üben werden", sagt Mlevu. Das Jagen würde nur neue Konflikte zwischen Menschen und Wildtieren provozieren, so ihr Argument. "Entgegen mancher Aussagen der Regierung hat das mit Schutzmaßnahmen nichts zu tun. Der motivierende Faktor ist Gier – und es ist nicht einmal immer klar, was mit dem Geld passiert. Es braucht umweltfreundlichere Maßnahmen, um zum Beispiel mit Foto-Safaris Einnahmen zu generieren."