Silvesternacht: War das angebliche Vergewaltigungsopfer gar nicht in Köln?

Kölner Silvesternacht: 18-Jährige könnte Vergewaltigung nur vorgetäuscht haben (Archivbild)
Kölner Silvesternacht: 18-Jährige könnte Vergewaltigung nur vorgetäuscht haben (Archivbild)
© dpa, Thilo Schmülgen

29. Juli 2016 - 15:10 Uhr

Kölner Staatsanwaltschaft dementiert Täuschungsvorwürfe nicht

Die Kölner Silvesternacht beschäftigt die Justiz noch lange. Hunderte Frauen meldeten von nordafrikanischen Männern belästigt worden zu sein. Eine 18-Jährige hatte für besonderes Entsetzen gesorgt: Sie beteuerte in der Nacht nicht nur belästigt, sondern vergewaltigt und als Folge daraus schwanger geworden zu sein. Daraufhin habe sie das Kind abgetrieben. Gravierende Folgen für die junge Frau, wie sie dem Verein 'Lobby für Mädchen' berichtete.

Doch nun werden andere Stimmen laut: Die Vergewaltigung soll frei erfunden sein. Die Leiterin der Beratungsstelle, Frauke Mahr, hatte den Vorfall dem Untersuchungsausschuss gemeldet, wie die 'Kölnische Rundschau' berichtet. Um den Fall aufzuklären, hatten Ermittler die 18-Jährige in ihrer Heimat in Norddeutschland vernommen. Während des Gespräches soll die Frau dann zugegeben haben, an Silvester überhaupt nicht in Köln gewesen zu sein.

Die Frau hatte in der Vergangenheit wohl schon mehrfach Strafanzeigen wegen vermeintlicher Vergewaltigung gestellt, die sich jedoch nie bewahrheitet hatten. In diesem Fall hatte die 18-Jährige keine Strafanzeige erstattet, sondern sich ausschließlich an die Beratungsstelle gewandt. Nach Mahrs Darstellungen im Untersuchungsausschuss hatten Polizei und Staatsanwaltschaft die Untersuchungen in diesem Fall eingeleitet. An der Geschichte waren bereits Zweifel aufgekommen, da kein Polizist gefunden wurde, der die Frau, wie sie angegeben hatte, aus den Fängen des vermeintlichen Vergewaltigers befreit und angeblich laufen gelassen hatte.

Ob es sich um eine vorgetäuschte Vergewaltigung und damit um eine Straftat handelt, wird noch ermittelt. Fest steht jedoch: Die Staatsanwalt dementierte gegenüber RTLNext die Täuschungsvorwürfe nicht. In der nächsten Woche soll ein Statement der Staatsanwaltschaft für mehr Klarheit sorgen.