Silvesternacht in Köln: Erster Prozess wegen sexueller Übergriffe beginnt

06. Mai 2016 - 16:37 Uhr

26.-jähriger Algerier wegen sexueller Nötigung angeklagt

In Köln findet der erste Prozess wegen sexueller Nötigung in der Silvesternacht statt. Bisher hat es lediglich Urteile wegen Raub- und Diebstahlsdelikten gegeben. Angeklagt ist ein 26-jähriger Algerier. Er soll zu einer Gruppe von etwa zehn Männern gehört haben, die eine Frau im Hauptbahnhof umzingelt, begrapscht und bestohlen hat soll. Laut Anklage fassten mehrere Täter das Opfer zwei bis drei Minuten lang «in sexueller Motivation» unter anderem ans Gesäß.

Kölner Hauptbahnhof
In der Silvesternacht kam es zu Übergriffen
© dpa, Markus Boehm

Auch der 23-Jährige Bruder des Angeklagten steht wegen Raubes vor Gericht.Dem Angeklagten wird lediglich der "Versuch" der sexuellen Nötigung vorgeworfen und keine "vollendeten" sexuellen Nötigung.

Insgesamt gingen wegen der Silvester-Übergriffe etwa 1.170 Anzeigen bei der Kölner Polizei ein, 492 davon wegen einer Sexualstraftat. Neun Männer wurden bislang unter anderem wegen Diebstahls verurteilt.

In der Silvesternacht hatten Männergruppen - nach Zeugenaussagen vor allem nordafrikanischem oder arabischem Aussehens - Frauen am Kölner Hauptbahnhof bedrängt und bestohlen.