Alleinerziehende Mutter mit Cupcake vergiftet

Sie wollte ein Baby klauen! Falsche Fotografin lockt Eltern bei Facebook mit kostenlosen Bildern

Falsche Fotografin wollte Baby stehlen Sie lockte mit kostenlosen Bildern
01:15 min
Sie lockte mit kostenlosen Bildern
Falsche Fotografin wollte Baby stehlen

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Juliette Parker plante, ein neugeborenes Mädchen zu entführen

Über Facebook lockte Juliette Parker frischgebackene Eltern mit kostenlosen Babyfotos - angeblich, um ihr Portfolio als Fotografin aufzubauen. Bei einer alleinerziehenden Mutter wollte die 38-Jährige schließlich zuschlagen, doch die Kindesentführung scheiterte, weil ihr Opfer geistesgegenwärtig handelte. Eine Frau, die beinahe ebenfalls in die Fänge der Babydiebin geraten wäre, erzählt im Video, wie der Kontakt abgelaufen ist und weshalb ihr Kind einer Entführung entging.

Parker gab vor, als Fotografin durchstarten zu wollen

„Wenn du ein Baby hast, das jünger ist als 14 Tage oder du mindestens in der 37. Woche schwanger bist, kommentiere unter diesem Post mit einem Foto deines süßen Babys und seinem/ihrem Geburtsdatum oder deinem errechneten Geburtstermin", heißt es in einem Facebook-Eintrag von Juliette Parker aus Spanaway (US-Bundesstaat Washington). Sie wolle dann am nächsten Tag zufällig vier bis fünf Personen auswählen.

Doch zufällig war Parkers Auswahl mitnichten. Vielmehr verfolgte sie offenbar einen perfiden Plan. Heute sind sich die Ermittler sicher: Die Frau suchte gezielt nach einem kleinen Mädchen, möglichst jünger als fünf Wochen alt, um es den Eltern zu stehlen und als ihr eigenes Kind auszugeben. Fast wäre sie mit ihrer Masche erfolgreich gewesen.

Parkers Tochter (16) servierte Gift-Cupcake

In einer alleinerziehenden Mutter schien Juliette Parker das perfekte Opfer gefunden zu haben. Drei Mal sei sie zu ihr gefahren, um Bilder aufzunehmen. Beim dritten Mal habe die 38-Jährige dann versucht, die Mutter außer Gefecht zu setzen - mit einem präparierten Cupcake, der ihr von Parkers 16-jähriger Tochter angeboten worden sei. Nach Aussage der Frau seien nach dem Verzehr sofort Symptome einer Vergiftung wie Schwindel, Taubheitsgefühl und Erbrechen aufgetreten. Sie alarmierte den Notarzt, schmiss die vermeintliche Fotografin und deren Tochter aus der Wohnung.

Die junge Mutter kam ins Krankenhaus, erstattete Anzeige. Von nun an hatte die Polizei ein Auge auf die kleine Familie, sogar die Türschlösser erneuerten die Officer, weil die falsche Babyfotografin laut der Mutter die Hausschlüssel gestohlen hatte. Den Ermittlern zufolge sei der Frau schon vorher das Verhalten von Juliette Parker verdächtig erschienen. Sie habe Selfies von sich mit dem Baby gemacht und Gegenstände, die sie berührt hat, mit einem Tuch abgewischt. Vermutlich, um Fingerabdrücke zu entfernen.

Mindestens fünf weitere Opfer haben sich gemeldet

Inzwischen hat sich der Verdacht einer versuchten Kindesentführung erhärtet. Fünf weitere Opfer haben sich bei der Polizei gemeldet. "Sie wollte ein Mädchen und sie wollte, dass es fünf Wochen alt oder jünger ist, damit sie es großziehen, es mit in einen anderen Bundesstaat nehmen und es als ihr eigenes Neugeborenes ausgeben kann", sagt Sheriff Ed Troyer zum Stand der Ermittlungen. Die Behörden suchen auch bei Facebook nach weiteren Opfern, die Kontakt zu einer angeblichen Fotografin namens „Juliette Parker", „Juliette Gains" oder „Juliette Noel" hatten.

Bewaffnete Polizisten haben Parker und ihre Tochter in ihrem Haus in der Nähe von Graham festgenommen. Parker wird versuchte Kindesentführung und Körperverletzung zur Last gelegt. Nächste Woche geht der Fall erstmals vor Gericht. Wie KHQ berichtet, wurde die Frau inzwischen gegen Zahlung einer Kaution in Höhe von umgerechnet rund 46.000 Euro auf freien Fuß gesetzt.