Sie sind die Meister des Erkennens: Münchner Polizei setzt Super-Recogniser ein

29. Juni 2018 - 17:13 Uhr

Vorbild für München ist London

Es gibt Menschen, die sind gesichtsblind, und andere genau das Gegenteil: sie sind Meister des Erkennens. Dieses besondere Talent der sogenannten Super-Recogniser macht sich die Münchner Polizei zunutze. Vorbild dafür sind die Kollegen in London, die diese außergewöhnlichen Fähigkeiten schon seit einiger Zeit erfolgreich für Fahndungen einsetzen.

37 Beamte gefunden

Auch wenn Andreas H. von der Münchner Polizei in seiner Freizeit unterwegs ist, hat er diese besondere Gabe: Menschen, denen er einmal kurz begegnet, vergisst er meist nicht mehr. Er ist ein sogenannter Super-Recogniser.

37 Beamte mit dieser Fähigkeit hat die Münchner Polizei jetzt mithilfe solcher Tests in ihren Reihen gefunden. Dabei gilt es, ein Gesicht, das nur kurz auftaucht, unter anderen wiederzuerkennen. Die Tests wurden an der Uni London entwickelt. Dort sind Super-Recogniser seit Jahren bei Scotland Yard im Einsatz.

"Bei den London Riots identifizierten Super-Recogniser hunderte von Randalierern"

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Super-Recogniser sind erfolgreicher als Gesichtserkennungsprogramme.

"Während der London Riots identifizierten Super-Recogniser hunderte von Randalierern, während das weltbeste Gesichtserkennungssystem zu diesem Zeitpunkt nur einen einzigen Verdächtigen erkannte", sagt Dr. Josh Davis von der Universität Greenwich.

Auch die Münchener Polizei hofft mithilfe der Super-Recogniser noch mehr Straftäter identifizieren zu können, zum Beispiel bei Großereignissen wie dem Oktoberfest. "Zum Beispiel Personen, die Stadionverbot haben, beim Oktoberfest, Personen, die wir da nicht haben wollen, die bei Einlass herausgefiltert werden", so Hubertus Andrä, Polizeipräsident in München.

Entweder man hat es, oder eben nicht.

Trainieren kann man diese Fähigkeit übrigens nicht. Entweder man hat sie, oder eben nicht. Im Video beschreibt Kriminaloberkommissar Andreas H. unter anderem, wie es sich anfühlt, in der Haut eines solchen Super-Recognisers zu stecken.

Wie Andreas H. und seine Kollegen bei der Münchener Polizei genau eingesetzt werden, soll in den nächsten Wochen erarbeitet werden.