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Sie nennen es "Tradition und Kultur": Japan jagt wieder Wale

Greenpeace kritisiert die Entscheidung

Sie nennen es "Tradition und Kultur": Japan jagt wieder Wale

Walfang Japan
Japan tötet ab Juli 2019 wieder kommerziell Walfische.
imago stock&people, imago/Kyodo News

Das Land tritt auch aus der Internationalen Walfangkommission aus

Eine traurige Entscheidung ausgerechnet an Weihnachten: Japan nimmt den kommerziellen Walfang wieder auf. Das kündigte ein Regierungssprecher in Tokio an. Außerdem werde das Land aus der Internationalen Walfangkommission (IWC) austreten.

Umweltverbände kritisieren Japans Vorgehen

Die Jagd auf Wale soll im Juli beginnen, allerdings nur in japanischen Gewässern. Nach Ansicht der Regierung in Tokio sind die meisten Walarten nicht vom Aussterben bedroht. Das Essen von Walfleisch sei zudem Teil der japanischen Kultur.

Japan hat bisher schon jedes Jahr Hunderte Meeressäuger zu angeblich "wissenschaftlichen Zwecken" getötet. Umweltverbände hatten die Entscheidung erwartet und sie bereits im Vorfeld scharf kritisiert. Greenpeace teilte mit, dass Japan dringend handeln müsse, um maritime Ökosysteme zu schützen statt kommerziellen Walfang wieder aufzunehmen.

Um was geht es den IWC-Mitgliedern?

Japan hatte aus Frust über das seit 1986 geltende Walfang-Moratorium mehrfach einen Austritt aus der Internationalen Walfang-Kommission angedroht. Tokio beklagt seit vielen Jahren, dass es einigen IWC-Mitgliedsländern nur um Walschutz gehe. Die ursprüngliche Aufgabe der IWC sei aber die Erhaltung der Bestände und die nachhaltige Nutzung der Walressourcen. Japan argumentiert, dass sich die Bestände einzelner Walarten wie der Zwergwale wieder deutlich erholt hätten.