2018 M08 20 - 9:16 Uhr

Wirtschaftskrise in der Türkei

Die Wirtschaftskrise in der Türkei spitzt sich immer weiter zu - und der Druck auf das angeschlagene Land wächst. Da die Türkei ein Nato-Partner ist, will SPD-Chefin Andrea Nahles jetzt nicht mehr tatenlos zusehen. Sie fordert finanzielle Hilfe aus Deutschland - trotz politischer Differenzen.

Nahles-Vorschlag stößt auf Kritik

"Es kann die Situation entstehen, in der Deutschland der Türkei helfen muss - unabhängig von den politischen Auseinandersetzungen mit Präsident Erdogan", sagte sie den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. "Die Türkei ist ein Nato-Partner, der uns nicht egal sein kann. Es ist in unser aller Interesse, dass die Türkei wirtschaftlich stabil bleibt und die Währungsturbulenzen eingedämmt werden."

Die Grünen warnten jedoch vor "Blankochecks" für die Türkei. "Finanzielle Hilfe kann es nur unter der Bedingung der Rückkehr des Landes zu Demokratie und Rechtsstaatlichkeit geben", sagte die Vorsitzende Annalena Baerbock dem Berliner "Tagesspiegel". Bayerns Finanzminister Albert Füracker (CSU) lehnte deutsche Hilfen generell ab. "Sie sind weder notwendig noch ratsam", sagte er dem "Münchner Merkur". Der Internationale Währungsfonds (IWF) verfüge über die nötige Erfahrung und das Instrumentarium, um Ländern in Zahlungsschwierigkeiten zu helfen.

Erdogan fordert Türken auf, iPhones zu zerstören

Momentan steht es um die Türkei wirtschaftlich nicht besonders gut. In der diplomatischen Krise zwischen der Türkei und den USA sind die Fronten verhärtet, weil US-Pastor Andrew Brunson weiterhin unter Hausarrest steht. Die USA haben daraufhin Wirtschaftssanktionen gegen den Nato-Partner verhängt. Das hat die ohnehin wirtschaftlich schwächelnde Türkei in Währungsturbulenzen gestürzt. Der türkische Präsident Erdogan forderte daraufhin von seinen Landsleuten, Dollarscheine zu verbrennen und iPhones zu zerstören.