"Ich möchte nicht sterben"

Sie flieht vor ihrer eigenen Familie und sitzt in Thailand fest: Saudi-Araberin bangt um ihr Leben!

7. Januar 2019 - 18:17 Uhr

18-Jährige fordert UN-Hilfe

Es ist eine Flucht mit ungewissem Ausgang: Eine junge Frau aus Saudi-Arabien flieht vor ihrer Familie und wird am Flughafen in Bangkok gestoppt. Jetzt sitzt die 18-Jährige in einem Hotelzimmer am Flughafen fest und twittert von dort Hilferufe: "Ich möchte nicht sterben. Ich will UN!" Warum Rahaf auf keinen Fall zurück will, sagt sie im Video.

Teenagerin sitzt im Flughafen Bangkok fest

Rahaf Mohammed al-Kunun ist mutig. Während eines Aufenthalts mit der Familie in Kuwait flieht die junge Frau. Sie will nach Australien. Doch beim Zwischenstopp in Bangkok nehmen ihr die thailändischen Behörden den Pass ab. Rahaf verbarrikadiert sich in einem Hotelzimmer am Flughafen und twittert einen Hilferuf.

Erst will die Einwanderungsbehörde sie abschieben - mit dem nächsten Flug zurück nach Kuwait. Dann die überraschende Wende. Der Chef der Einwanderungspolizei sagt: "Wir werden sie heute nicht abschieben. Wenn sie nicht nach Hause will, können wir sie nicht zurückschicken. Wir werden sie nicht zwingen."

Möglicherweise wirkt bereits internationaler Druck. Wie von der jungen Frau gefordert, hat sich das UN-Flüchtlingshilfswerk eingeschaltet sowie mehrere westliche Botschaften, darunter auch die deutsche. Und die Menschenrechtsgruppe Human Rights Watch: "Sie sollte das Recht haben, jetzt Asyl zu beantragen. Das ist zwar nicht ihre erste Wahl, sie hat ursprünglich geplant, in Australien Asyl zu beantragen. Aber in dieser Situation braucht sie Schutz. Denn sollte sie zurückgeschickt werden, dann droht ihr physische Gewalt von ihren Verwandten."