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Sie feierte Silvester mit dem Kinderschänder aus Traunstein: "Er sagte, meine sechsjährige Tochter hat eine tolle Figur"

Sie feierte Silvester mit dem Kinderschänder aus Traunstein: "Er sagte, meine sechsjährige Tochter hat eine tolle Figur"

Missbrauchs-Videos auf Kinderporno-Plattform hochgeladen

Als die öffentliche Fahndung nach dem mutmaßlichen Kinderschänder aus Traunstein lief, konnte Sandra Lechner es kaum glauben. Sie erkannte den Mann sofort wieder - ihren besten Freund aus Kindertagen, mit dem sie Tür an Tür aufgewachsen war. Sogar Silvester hatten sie noch zusammen gefeiert. Im Nachhinein wird ihr jetzt vieles klar.

"Als ich das Bild gesehen habe, habe ich sofort gedacht: Das ist er doch", sagt Lechner im RTL-Interview. "Das war die netteste Familie, aber er war immer so ein Einzelgänger gewesen. Ich weiß, er war mit mir befreundet, aber sobald ein anderes Kind oder irgendwer dabei war - das wollte er dann nicht", erzählt sie weiter.

Vergangenes Jahr trat der Mann wieder in ihr Leben. Er sei ein Kollege ihres Mannes, sagt die zweifache Mutter. Sie freundeten sich wieder an, feierten sogar zusammen Silvester. Schon da benahm sich der 27-Jährige, selbst Familienvater, seltsam. Laut Lechner konzentrierte er sich nur auf ihre sechsjährige Tochter. Ständig spielte er mit ihr, kitzelte sie, suchte ständig körperliche Nähe.

Er folgte der Kleinen auch auf ihr Zimmer. In dem Moment schritt Lechner ein: "Er hat mir ständig gesagt, was für eine tolle Figur sie hat und wie hübsch sie ist. Und dann hab ich gesagt: 'Über ein sechsjähriges Kind sage ich doch nicht, die hat eine tolle Figur! Da sagt man, die ist süß. Aber [...] in dem Maß was er da gemacht hat, das war einfach anders.'"

"Das war, als wenn es einem den Boden unter den Füßen wegzieht"

Lechner fand es merkwürdig, wollte jedoch nicht überreagieren. Als sie bemerkte, dass öffentlich nach ihrem Jugendfreund gefahndet wird, war es ein Schock für sie. "Das war, als wenn es einem den Boden unter den Füßen wegzieht, weil du weißt: Der war bei dir Zuhause und hat mit deinem Kind gespielt und hättest du nicht so reagiert, weiß ich nicht, was passiert wär." Für die zweifache Mutter steht fest: Sie hat den Mann auf dem Foto wiedererkannt. Doch sie kennt ihn nicht mehr.

Der 27-Jährige wurde wegen schweren Kindesmissbrauchs gesucht. Er steht unter dringendem Verdacht, eine Neunjährige mehrfach missbraucht und die Aufnahmen davon auf einer Kinderporno-Plattform ins Darknet gestellt zu haben. Nach einer nur zwölfstündigen Öffentlichkeitsfahdnung des BKA schnappten die Ermittler den Verdächtigen.

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Wie eine Psychologin das Verhaltensmuster des mutmaßlichen Kinderschänders beurteilt und was Sie selbst tun sollten, wenn Sie unangemessen wirkendes Verhalten beobachten, sehen Sie im Video.