Sie fehlten wegen Corona

US-Open-Final-Niederlage: Zverev weint beim Gedanken an Eltern

Tennis: US OPEN
© USA TODAY Sports, Robert Deutsch, usa

14. September 2020 - 7:41 Uhr

Nach verlorenem US-Open-Finale

Trauriges US-Open-Ende für Deutschlands Tennis-Star Nummer 1: Der Traum vom ersten Grand-Slam-Titel für Alexander Zverev ist geplatzt. Die Final-Niederlage ist für den 23-Jährigen nach der Zwei-Satz-Führung ohnehin schon bitter genug. Dann musste Zverev die Pleite auch noch im menschenleeren Stadion und ohne seine Eltern hinnehmen, die ihn normalerweise stets begleiten – zu viel für Deutschlands Tennis-Hoffnung.

Mutter und Vater positiv getestet

Als Alexander Zverev im Interview nach der nervenaufreibenden Final-Niederlage gegen den Österreicher Dominic Thiem seinen Eltern dankt, kann der 23-Jährige die Tränen nicht länger halten. Als der Hamburger nach dem anfangs skurrilen und am Ende spektakulären und hochklassigen Fünf-Satz-Krimi bei der Siegerehrung an seine Eltern zu Hause in Monte Carlo dachte, stockte ihm die Stimme.

"Es sind einige wichtige Leute, die heute fehlen. Ich möchte meinen Eltern danken", sagte Zverev, ehe er anfing zu weinen. Sein Vater und seine Mutter waren positiv auf Corona getestet worden und hatten die Reise nach New York deshalb nicht wie sonst üblich mitgemacht.

„Kann mich ja nicht verstecken“

Gesprochen habe Zverev mit seiner Familie noch nicht, gab der 23-Jährige nach dem unglaublichen Final-Match preis. Der Grund: Zverev habe sein Handy noch nicht anschalten wollen. "Die ganzen 'Es tut mir leid'-Nachrichten wollte ich noch nicht lesen. Aber ich werde natürlich mit meiner Familie reden. Was soll ich machen, ich kann mich ja nicht verstecken." Am Tag nach dem Finale geht es für Zverev zurück in die Heimat – und zu seinen Eltern.

„Stolz, dein Bruder zu sein“

Rührende Worte fand Zverevs zehn Jahre älterer Bruder Mischa: "Von dem Tag an, an dem du geboren wurdest, wusste ich, dass du besonders bist. Und ich habe immer zu dir aufgeschaut, unabhängig von unserem Alter. Du warst derjenige, der mich immer an unsere Träume hat glauben lassen, und auch wenn es heute Nacht nicht hat sollen sein, weiß ich, dass unsere Träume wahr werden. Ich bin stolz, dein Bruder zu sein", schrieb der 33-Jährige auf Instagram. Mischa Zverev ist ebenfalls Tennis-Profi, blieb in seinen Leistungen jedoch meist hinter seinem jüngeren Bruder zurück.

dpa/RTL.de