Sie entkam aus den Fängen der Boko Haram – Opfer spricht über Tortur

01. März 2015 - 12:18 Uhr

"Wir sollten an islamistische Kämpfer verheiratet werden"

Die Terrorgruppe Boko Haram baut ihr Terror-Netz in Westafrika weiter aus. Immer wieder kommt es zu schweren Anschlägen, die die Handschrift der Terror-Miliz tragen. In Nigeria wurden deshalb sogar die Wahlen verschoben. Dort bewegt die Menschen besonders das Schicksal der fast 300 verschleppten Schulmädchen, bis heute sind die meisten von ihnen verschwunden.

Verschleppte Schulmädchen sollen Kinder geboren haben
Noch immer fehlt von den verschleppten Mädchen aus Chibok jede Spur.
© AFP, HO

Einigen wenigen Geiseln gelang die Flucht aus den Fängen der Islamisten, sie berichten von ihrer grausamen Zeit der Gefangenschaft. Die Angst vor ihren Häschern ist noch immer so groß, dass Abigail John ihr Gesicht nicht zeigen möchte. Die 15-Jährige befand sich vier Wochen in der Gewalt der Boko Haram. "Sie haben uns immer wieder zu verstehen gegeben, dass sie uns nicht freilassen wollen. Wir sollten an islamistische Kämpfer verheiratet werden, die noch keine Frau haben. Wir haben gedacht, wir würden niemals wieder in Freiheit leben", sagt John.

Seit zehn Monaten gelten die Schulmädchen aus Chibok als vermisst. Einige sollen laut einem Medienbericht als Ergebnis von Vergewaltigungen bereits Kinder geboren haben. Die 'Bild' beruft sich dabei auf den Australier Stephen Davis, der die nigerianische Regierung beraten habe. Davis habe im Sommer 2014 vier Monate lang den umkämpften Norden Nigerias bereist, um eine Freilassung der Mädchen auszuhandeln. Er habe weiterhin Kontakt zu den Islamisten. "Ein Kontakt bei Boko Haram teilte mir mit, dass die ersten Chibok-Mädchen in der letzten Woche Babys zur Welt gebracht haben", schrieb Davis der Zeitung zufolge.

Die Massenentführung hatte weltweit Schlagzeilen gemacht, auch wegen der Netz-Kampagne 'bring back our girls' (bringt unsere Mädchen zurück), doch auch diese Aktion blieb wirkungslos.