Vor Nordkorea und Russland

Sicherheitsreport 2019: USA sind die größte Bedrohung für den Weltfrieden

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13. Februar 2019 - 15:48 Uhr

Vereinigte Staaten bereiten den Menschen Sorgen

Der Sicherheitsreport 2019 zeigt: Die Deutschen machen sich immer weniger Sorgen um ihren Wohlstand und die Terrorgefahr. Die Bedrohung, die sie am meisten fürchten, ist - Donald Trump!

Donald Trump macht den Bürgern Angst

Eine Mehrheit der Menschen, die das Allensbach-Institut für den Sicherheitsreport befragt hat, findet: Die größten Gefahren für die Stabilität der Welt gehen von einzelnen Staatschefs und militärischen Konflikten aus. Dabei werden die USA als größte Bedrohung für den Weltfrieden betrachtet – vor Nordkorea, der Türkei und Russland. "Der Sicherheitsreport 2019 zeigt deutlich: Für die Bundesbürger gibt es einen zentralen Unsicherheitsfaktor, der ihnen Angst macht. Und der heißt USA unter der Führung von Donald Trump", sagt Professor Klaus Schweinsberg vom Centrum für Strategie und Höhere Führung.

In Ostdeutschland werden die USA als noch bedrohlicher wahrgenommen als in Westdeutschland, vor allem aber Russland und China als weitaus weniger bedrohlich: Während 45 Prozent der Westdeutschen auch Russland als einen Gefahrenherd sehen, gilt dies nur für 21 Prozent der Ostdeutschen.

RTL-Experte Michael Ortmann: Trump bestätigt Vorurteile

RTL-Sicherheitsexperte Michael Ortmann
RTL-Sicherheitsexperte Michael Ortmann: "Donald Trump gilt als aggressiv und unkalkulierbar."

Aber weshalb kommen die USA als Deutschlands Verbündeter schlechter weg als etwa Russland? Nach Einschätzung des RTL-Sicherheitsexperten Michael Ortmann kommen derzeit zwei Dinge zusammen: ein latenter Antiamerikanismus und ein Präsident, der viele Vorurteile bestätigt. "Es gab auch in Deutschland schon immer eine kritische Betrachtung der amerikanischen Politik und Gesellschaft. Die dortige Kultur wird oft als oberflächlich empfunden, die Außenpolitik als egoistisch. Im Osten Deutschlands ist dieser Eindruck sogar noch stärker zu spüren als im Westen."

Anders als während der Präsidentschaft Obamas, der deutlich versöhnlicher wirkte, ließen sich an Donald Trump nun viele Ängste und Sorgen festmachen. "Er gilt als aggressiv, unkalkulierbar, egoistisch und wenig diplomatisch. Alles Eigenschaften, die vor allem in Europa als Bedrohung erlebt werden – und auch bedrohlich sein können. Und das macht Angst", sagt Michael Ortmann.

Sorgen über die Entwicklung der Gesellschaft und die instabile Weltlage

Die Entwicklung der Gesellschaft und weltweite Spannungen bereiten den Deutschen deutlich mehr Kopfzerbrechen als ihre persönliche Zukunft. Insbesondere die wirtschaftlichen Sorgen der Bundesbürger nehmen seit 2013 kontinuierlich ab.

Gegenüber 2017 hat die Unterstützung für eine gemeinsame europäische Armee zugenommen, sodass inzwischen mehr Bürger dafür als dagegen sind. Ein Ausbau des militärischen Engagements Deutschlands in der Welt befürworten jedoch nur 14 Prozent.

Sicherheitsreport wird seit 2011 erstellt

Der Sicherheitsreport wurde 2011 vom Centrum für Strategie und Höhere Führung in Köln entwickelt und wird seither jährlich erstellt. Im Auftrag des Centrums für Strategie und Höhere Führung führt das Institut für Demoskopie (IfD) Allensbach jährlich eine repräsentative Befragung zu den Risikowahrnehmungen und -einschätzungen der Bevölkerung durch. Der Sicherheitsreport 2019 stützt sich auf insgesamt 1.249 mündlich-persönliche Interviews mit einem repräsentativen Querschnitt der Bevölkerung ab 16 Jahren.