50 Stück für unter 3 Euro

Sicherer Schutz für ein paar Cent? Das taugen Billig-OP-Masken wirklich

Wie sicher schützen günstige OP-Masken aus dem Internet?
© iStockphoto, Rattankun Thongbun

23. September 2020 - 14:01 Uhr

Der Herbst kommt, Masken werden noch wichtiger!

Der Herbst mit nasskalten Tagen nähert sich. Das bedeutet, dass sich die Menschen wieder mehr in Innenräumen aufhalten werden. Doch dort ist die Gefahr, sich mit Covid-19 anzustecken, leider wesentlich höher als im Freien. Dies wiederum heißt, dass Masken noch wichtiger werden, als sie bisher schon waren. Die besten sind sogenannte OP-Masken. Denn wie unter anderem eine Metastudie Ende Juli ergab, schützen sie nicht nur andere Menschen besser vor Infektionen, sondern bei dichtem Sitz auch recht wirksam den Träger. Während OP-Masken zu Beginn der Pandemie fast nicht zu bekommen und unglaublich teuer waren, sind die Preise inzwischen extrem gefallen. Manche Masken kosten im Online-Handel sogar nur noch ein paar Cent pro Stück! Aber schützen die billigen Vlies-Masken uns überhaupt?

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Gute OP-Masken können auch den Träger schützen! Aber schaffen die billigen das auch?

Inzwischen sind die Preise für die einst völlig überteuerten OP-Masken fast überall deutlich gefallen. Im Online-Handel bekommt man sie jetzt sogar schon für weniger als 6 Cent pro Stück. Es stellt sich allerdings die Frage, ob die Billig-Masken auch etwas taugen.

ntv.de hat auf einer deutschen Plattform OP-Masken von drei verschiedenen Anbietern bestellt, wovon die günstigsten im 50er-Pack für weniger als 3 Euro inklusive Lieferung zu haben waren. Wie alle günstigen Masken stammen sie aus China. Optisch unterscheiden sich die Cent-Masken nicht von viel teureren Produkten. Sie sitzen gut, fühlen sich angenehm an und riechen auch nicht fies nach Chemikalien. Der erste Eindruck ist also nicht schlecht.

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Was bedeutet es, wenn die Maske keine CE-Kennzeichnung aufweist?

Es fällt auf, dass die Verpackung der Masken keine CE-Kennzeichnung aufweist, wie sie in Deutschland eigentlich für medizinische Gesichtsmasken notwendig wäre. Allerdings ermöglichte das Bundesamt für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) im April ein vereinfachtes Zulassungsverfahren zur schnellen Einführung von Masken, um Engpässe vor allem in medizinischen Einrichtungen zu mildern. Seit Juli gibt es keine Sonderzulassungen mehr, zuvor beantragte Zulassungen wurden aber bis Ende August befristet. Es könnte sich bei den Billig-Masken um solche Bestände handeln, die noch abverkauft werden.

Wahrscheinlicher ist allerdings, dass es sich um nicht für den medizinischen Einsatz zertifizierte Masken handelt. Dies muss aber nicht bedeuten, dass sie schlechter sind. Viele chinesische Firmen scheuen den Aufwand für eine Genehmigung, selbst wenn ihre Produkte die Auflagen erfüllen könnten. Eigentlich dürften die Masken nach dem Medizinproduktegesetz (MPG) auch nicht als medizinischer Schutz angeboten werden. Doch die chinesischen Händler machen sich deswegen kaum Gedanken, denn mehr als von einer Plattform zu fliegen, riskieren sie kaum. "Lieferung aus Deutschland", ein Deutschlandfähnchen oder ähnliche Hinweise sollte man bei den supergünstigen Angeboten nicht wirklich ernst nehmen.

Worauf Sie beim Kauf von OP-Masken achten sollten

Hundertprozentig wissen kann man bei einer Bestellung nicht, ob man gute Ware oder Ramschware kauft, aber es gibt doch eine Möglichkeit, das Risiko eines Reinfalls zu minimieren: Hat ein Artikel mehrere Hundert gute Bewertungen, hat er sie vermutlich auch verdient – auch wenn man Kommentaren im Online-Handel nicht immer trauen darf. Beklagen sich viele Käufer über einen Mangel, sollte man ebenso die Finger von dem Angebot lassen wie bei Neuzugängen.

Ob die gekauften Masken etwas taugen, merkt man dann gewöhnlich schon bei der ersten Nutzung. Halten die Bänder? Bestehen sie aus drei verschiedenen Lagen? Sind sie groß genug? Sitzen sie nicht nur bequem, sondern auch dicht? Lässt sich der Nasenbügel gut anpassen? Bei nicht mal 3 Euro für 50 Masken riskiert man nicht viel. Im schlimmsten Fall hat man Masken, die nicht ganz so gut wie versprochen sind, aber selten macht man einen totalen Fehlgriff.

Video: Mit Maske ins Büro - welche schützt mich am besten?