19. Februar 2019 - 9:45 Uhr

Wilderer töten massenweise Rentiere

Die Wilderer hatten ihre Beute in Säcke verpackt, um sie abzutransportieren: Die russischen Behörden haben in Sibirien einen Lastwagen-Konvoi gestoppt. An Bord fanden die Beamten das Fleisch und die Geweihe von mehr als 1.000 Rentieren. Die Wilderer wollten damit das große Geld machen.

Rentier-Population schrumpft immer weiter

Die Polarhirsche wurden vermutlich im Nordosten Russlands auf der Taimyr-Halbinsel in der Region Krasnojarsk getötet. Rentiere in der Tundra würden seit Jahrtausenden gejagt, erklärte WWF-Expertin Eva Klebelsberg. Doch noch nie waren die Tiere so stark bedroht wie im Moment. "Seit einigen Jahren bemerken wir einen massiven Anstieg der Wilderei", so Klebelsberg.

Die örtlichen Behörden gehen davon aus, dass es in der Region noch etwa 400.000 Rentiere gibt. Die Zahl der Tiere ist in den letzten Jahren immer weiter zurückgegangen. Eine solche Population könne in Verbindung mit dem Klimawandel schnell verschwinden, warnte die WWF-Expertin.

Geweihe und Rentierfleisch können teuer verkauft werden

Wilderer haben es vor allem auf die Geweihe und das Fleisch der Tiere abgesehen. Die Geweihe werden zu Pulver verarbeitet und können als vermeintliches Heilmittel in China teuer verkauft werden. "Zungen und Fleisch sind als Delikatesse gefragt", erklärt Klebelsberg.

Die Wilderer erschießen die Rentiere beim Durchschwimmen von Flüssen. Viele sägen den Polarhirschen die Geweihe auch bei lebendigem Leibe ab. Die Behörden teilten mit, dass inzwischen ein Dekret erlassen wurde, das genau das unter Strafe stellt. Das Verbot soll für die nächsten fünf Jahre gelten. Denjenigen, die sich nicht daran halten, drohen mehrere Jahre Haft. Hoffentlich schreckt das die Wilderer ab, sonst könnten die Rentiere in der Tundra in ein paar Jahren ausgerottet sein.