Shrine Circus in den USA: Kamel geht in der Zirkusmanege durch – sechs Kinder verletzt

17. September 2018 - 15:35 Uhr

Ein Kamelritt ging beim Shrine Circus ordentlich schief

Fotoblitze, laute Musik und schreiende Kinder: All das müssen Zirkustiere oft mehrere Stunden lang ertragen. Im Shrine Circus in Pittsburgh werden die Tiere in einer Manege vorgeführt, in der Kinder und Erwachsene sich sogar frei bewegen dürfen. Auch Kamelreiten steht auf dem Programm – doch das ging dieses Mal gehörig schief. Ein Kamel bekam während eines Ritts Panik, drehte durch und verletzte dabei sechs Kinder.

In der Manege brach große Panik aus

Laut Augenzeugenberichten war das Kamel zuvor von einer Schaufel am Bein getroffen worden – ein Kind hatte mit dem Spielzeug geworfen. Das Kamel scheute und begann wild in der Manege herumzurennen. Auch unter den anwesenden Zuschauern brach eine Massenpanik aus, bei der die Menschen versuchten, sich und ihre Kinder zu schützen: "Wir haben Schreie gehört. Ich drehte mich herum und sah ein Kamel außerhalb der Manege – ich versuchte einfach nur wegzukommen", berichtet eine Zuschauerin. Die verstörenden Szenen sehen Sie in unserem Video.

Bei dem Gemenge wurden sechs Kinder verletzt – die schwerste Verletzung war ein gebrochener Arm. Das Tier verletzte sich nicht, wie ein Tierarzt später bestätigte. Dass nicht mehr passierte, ist wohl nur Glückssache.

Tierschutzorganisationen wie PETA fordern seit Jahren das Ende von Tieren im Zirkus

Es ist das 69. Jahr des Shrine Circus in Pittsburgh. Bisher sei nie etwas schiefgegangen, sagte ein Sprecher der Organisation dem Fernsehsender WPXI. Man werde den Vorfall allerdings prüfen und Konsequenzen ziehen.

Tierschützer fordern seit Jahren die Abschaffung von lebenden Tieren im Zirkus. Die Tierschutzorganisation PETA äußerte sich sehr kritisch zu dem Vorfall: "PETA fordert die Syria Shriners [die Veranstalter des Zirkus, Anmerkung der Red.] auf, diesen Vorfall als Anlass zu nehmen, Kamele nicht mehr in ihren Shows einzusetzen. Wir bitten außerdem die Öffentlichkeit, keine Tickets mehr für Veranstaltungen zu kaufen, bei denen lebende Tiere vorgeführt werden."

Zirkustiere: Auch in Deutschland umstritten – Roncalli geht mit gutem Beispiel voran

Doch nicht nur in den USA ist die Diskussion um Tiere im Zirkus neu entbrannt - auch in Deutschland und in Europa wird über ein Verbot von lebenden Tieren im Zirkus nachgedacht. Zu oft werden die Tiere schlecht behandelt und nicht artgerecht gehalten. Erst kürzlich machte ein Vorfall im berühmten Circus Krone Schlagzeilen, bei dem ein Elefant in den Zuschauerraum stolperte. Andere Zirkusveranstalter gehen hier schon mit gutem Beispiel voran und zeigen, dass Zirkus auch nur mit Artisten und Clowns Spaß machen kann: Roncalli verzichtet seit diesem Jahr komplett auf Tiere in der Manege.