Shitstorm für Horst Seehofer – mehr Staatssekretäre als alle anderen, aber keine Frauen

28. März 2018 - 20:19 Uhr

Nur Männer im Seehofer-Ministerium

Da ist ihm mal ein ordentliches Eigentor unterlaufen: Horst Seehofer hat durch seine Personalpolitik einen Shitstorm ausgelöst, der es in sich hat. Und der leicht zu vermeiden gewesen wäre. Die Staatssekretärsposten in seinem neuen Ministerium ausschließlich mit Männern zu besetzen, das war keine gute Idee – darauf hätte selbst ein älterer Katholik aus Bayern kommen können.

Häme und Kritik an Horst Seehofer ließen nicht lange auf sich warten

Acht Staatssekretäre hat das Bundesinnenministerium, so viele wie kein anderes Ressort der vierten Regierung Merkel. Seehofers Behörde, die im Zuge der Koalitionsverhandlungen um die Bereiche Bau und Heimat erweitert wurde, ist unter anderem für eines der hehren Ziele des Koalitionsvertrages von Union und SPD zuständig: die gleichberechtigte Besetzung von Führungspositionen im öffentlichen Dienst durch Männer und Frauen, umzusetzen bis 2025.

In einer Pressemitteilung verkündete Horst Seehofer stolz: "Ich bin froh, dass es so schnell gelingen konnte, Top-Leute für die großen Herausforderungen, die vor uns liegen, zu gewinnen." Garniert wurde diese Verkündung mit einem Foto, das inzwischen wieder von den Ministeriumsseiten verbannt wurde – offiziell, weil die Personalien noch nicht offiziell seien.

Der wahre Grund dürfte allerdings in den verheerenden Kommentaren in sozialen Medien liegen, wo ein regelrechter Shitstorm über Seehofer hereinbrach, wie das Magazin 'Spiegel' berichtet. Die Grünen-Politikerin Hannah Neumann löste als eine der Ersten mit ihrem spöttischen Kommentar eine wahre Lawine aus.

Ruckzuck war das Männer-Foto wieder weg

Mittlerweile sind die Männer verschwunden, nur noch eine Außenaufnahme des Ministeriums ziert die Meldung. "Es ist so lustig, wie sie das Foto jetzt ausgetauscht haben gegen ein Gebäudefoto. Einfach wichtig, dass Männer und Häuser in Deutschland gleichermaßen repräsentiert werden", lästert 'Spiegel'-Kolumnistin Margarete Stokowski. Womit wieder einmal bewiesen wäre: Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen.