SGL Carbon erwartet Umsatzeinbruch im zweiten Quartal

Die Zentrale von SGL-Carbon in Wiesbaden. Foto: Boris Roessler/dpa/Archiv
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14. Mai 2020 - 11:11 Uhr

Der angeschlagene Kohlefaserspezialist SGL Carbon rechnet angesichts der Corona-Krise mit einem Umsatzeinbruch im zweiten Quartal. Die Erlöse dürften prozentual deutlich zweistellig unter dem Vorjahreswert liegen, teilte der Konzern am Donnerstag in Wiesbaden mit. Die weltweiten Maßnahmen zur Eindämmung der Virus-Pandemie hätten im April und Anfang Mai zu wesentlichen Einschränkungen in den Produktionsabläufen und den Lieferketten geführt. Der operative Gewinn vor Sondereinflüssen werde negativ erwartet.

Die Jahresprognose hatte SGL angesichts der Virus-Pandemie bereits im April kassiert und den Ausblick für das Gesamtjahr ausgesetzt. Bilanziell sei der Konzern aber gut aufgestellt, versicherte Vorstandssprecher Michael Majerus. Nach ersten Maßnahmen in der Krise seien die liquiden Mittel im ersten Quartal von 137 Millionen Euro auf rund 150 Millionen Euro gestiegen. Durch Beschäftigte in Kurzarbeit und das Verschieben von Investitionen will SGL nach Angaben des Managements sparen und sich zudem Kredite besorgen.

Im ersten Quartal hat das kürzlich aus dem SDax ausgeschiedene Unternehmen nach eigenen Angaben die Corona-Krise noch nicht wesentlich gespürt. Die Geschäftsentwicklung habe noch weitgehend im Rahmen der ursprünglichen Planung gelegen. Der Umsatz sei im Vergleich zum Vorjahresquartal um 14,5 Prozent auf 246,8 Millionen Euro gesunken. Der bereinigte Gewinn vor Sondereinflüssen reduzierte sich um rund die Hälfte auf neun Millionen Euro. Das Konzernergebnis fiel von 8,9 Millionen Euro auf minus 4,3 Millionen Euro.

Quelle: DPA