Schwere Vorwürfe gegen Arzt in Brandenburger Klinik

Patientinnen berichten von sexuellen Übergriffen und steifem Glied

Ein Bett steht auf dem Flur eines Krankenhauses. (Symbolfoto)
© deutsche presse agentur

14. Januar 2021 - 18:56 Uhr

Berührungen im Intimbereich

Einem Arzt am Elbe-Elster-Klinikum in Brandenburg wird vorgeworfen, drei Patientinnen ohne Notwendigkeit im Intimbereich berührt zu haben. Das ergaben Recherchen von ARD-Kontraste und der "Lausitzer Rundschau".

Angebliche "Entspannungsmassage"

Die recherchierenden Medien zitieren eine 43 Jahre alte Frau, die 2015 in dem Klinikum wegen chronischer Magenschmerzen behandelt wurde. Dort habe der Arzt eine "Entspannungsmassage" durchgeführt. "Er hat mich erst an meinen Ohren gestreichelt, dann den Rücken massiert und auf einmal ist seine Hand in meine Hose gewandert", berichtet die ehemalige Patientin dem ARD-Magazin Kontraste und der "Lausitzer Rundschau".

Bei einer Nachuntersuchung habe der Arzt sie zudem aufgefordert den BH zu öffnen. Bei der Ultraschall-Untersuchung habe sie dann sein steifes Glied am Körper gespürt.

Nach Recherchen von ARD-Kontraste und "Lausitzer Rundschau" haben zwei weitere Frauen von ähnlichen Erfahrungen berichtet und sich an die Polizei gewandt. Allerdings seien die Vorfälle bereits verjährt.

Staatsanwaltschaft nimmt Ermittlungen auf

Anders im ersten Fall. Gegenüber der Berliner Morgenpost sagt Detlef Hommes, Sprecher der Staatsanwaltschaft Cottbus, man habe "ein Ermittlungsverfahren gegen den Arzt eingeleitet – wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs unter Ausnutzung eines Behandlungsverhältnisses."

Der beschuldigte Arzt selbst äußert sich nicht. Sein Anwalt ließ gegenüber Kontraste und Lausitzer Rundschau aber verlauten, die Vorwürfe seien falsch und von einem persönlichem Interesse einer Frau geleitet, mit der alle Frauen in Kontakt stehen. Das Elbe-Elster-Klinikum wollte sich auf RTL-Anfrage nicht äußern.

Die Betroffene schämt sich dafür, nicht früher gehandelt zu haben. "Ich war naiv und habe dem Arzt vertraut", sagte sie. Ein Vertrauen, dass der Arzt möglichweise schwer missbraucht hat.