Sexuelle Missbrauchsvorwürfe: Fotograf soll Model-Träume der Mädchen ausgenutzt haben

17. Mai 2013 - 11:48 Uhr

Nacktfotos zur "Auflockerung"

Die Mädchen haben einen großen Traum: Models werden, weltweit groß rauskommen. Diesen Traum wusste ein Fotograf aus Bonn auszunutzen. Er soll sie in seinem Studio erst zu Nacktbildern gedrängt und dann sexuell missbraucht haben. Vermutlich hat er seine Opfer mit Medikamenten betäubt. Nun steht der Fotograf vor dem Bonner Landgericht.

Bonner Fotograf vor Gericht
Ein Bonner Fotograf soll Mädchen sexuell missbraucht haben. Er streitet alles ab.

Eines der Opfer (19) schildert eine merkwürdige Situation mit dem Fotografen: "Zuerst wurden normale Fotos angefertigt. Später wurde dann gesagt: 'Ja, ziehen Sie mal ihr T-Shirt aus.' Wenn man das nicht wollte, dann kam: 'Wenn Sie was Großes werden wollen, müssen Sie das machen. Das machen alle so - auch die großen Stars haben Nacktfotos, das hilft ihnen nur, locker zu werden.'" Sie bewarb sich mit 14 Jahren in der anscheinend seriösen Agentur des Angeklagten. Der Fotograf soll die Schülerin immer wieder dazu gedrängt haben, sich vor der Kamera auszuziehen – Auflockerungsübungen hat er das angeblich genannt.

"Während dieser Fotoaufnahmen soll es zu verschiedenen sexuellen Übergriffen gekommen sein. In einem Fall soll er einer Geschädigten ein Medikament verabreicht haben, wodurch diese bewusstlos wurde. Dann soll er mit ihr Sex gehabt haben", erklärt Philipp Prietze, Sprecher vom Landgericht Bonn.

Auch an vier weiteren Mädchen soll er sich vergangen haben. Dem Angeklagten drohen bis zu zehn Jahre Haft. Schon vor 13 Jahren wurde der 45-Jährige wegen Missbrauchs verurteilt. Die jetzigen Vorwürfe streitet er ab.