Damals noch auf analogem Wege

Sexuelle Belästigung per Post: Collien Ulmen-Fernandes bekam Dick-Pics schon vor Social Media

21. Mai 2020 - 10:38 Uhr

Collien Ulmen-Fernandes: Dick-Pics gab es schon vor der Digitalisierung

Mit ihrem Programm über sexuelle Belästigung von Frauen haben Joko und Klaas eine öffentliche Debatte angestoßen, an der immer mehr prominente Frauen teilnehmen. Collien Ulmen-Fernandes (38) spricht ebenfalls offen über die Art der sexuellen Belästigung, der sie auf Social Media täglich ausgesetzt ist: Dick-Pics von fremden Männern. Doch lange vor der Digitalisierung hat diese Art der Zudringlichkeit für die Moderatorin angefangen – damals noch auf analogem Wege. Im Video verrät Collien, wie das damals abgelaufen ist.

Collien Ulmen-Fernandes will ihre Tochter über sexuelle Belästigung aufklären

Collien Ulmen-Fernandes schätzt, dass es sich bei 80 Prozent ihrer Nachrichten um sexuelle Belästigung handelt, also um anzügliche Nachrichten in Textform oder um explizit sexuelle Fotos. "Das schlimme ist, es trifft einen so unvorbereitet", erklärt Collien. Als Notlösung hat sich die Schauspielerin angewöhnt, Nachrichten auf Social Media nicht länger zu lesen. Trotzdem wird das Grundproblem dadurch nicht gelöst. Deswegen ist es wichtig, dass über dieses Thema gesprochen wird, erklärt sie.

Collien ist selbst Mutter eines achtjährigen Mädchens und weiß schon jetzt, dass sie ihre Kleine irgendwann auf dieses übergriffige Verhalten vorbereiten, sie davor warnen muss. "Als der Arzt sagte, dass ich ein Mädchen bekomme, habe ich gedacht: Oh Gott, nein, jetzt muss ich meine Tochter aufklären, was in dieser Welt passiert und wie man sich gegen sexuelle Belästigung wehrt." Dass das ihr erster Gedanke bei der Verkündung des Geschlechts ihres Kindes war, schockt sie bis heute selbst am meisten.

Was haben Joko und Klaas mit der öffentlichen Debatte zu tun?

Mithilfe von Autorin Sophie Passmann (26) und Prominenten wie Palina Rojinski (35) machten die Fernsehmacher Joko und Klaas vergangenen Mittwoch mit ihrer Ausstellung "Männerwelten" im Fernsehen auf Belästigungsgeschichten aufmerksam. Für ihren ehrlichen Beitrag fiel die Resonanz sehr positiv aus.