12. Dezember 2017 - 14:32 Uhr

Diese Frauen wagen sich aus der Deckung und beschuldigen Donald Trump

Eigentlich war es schon längst bekannt, was die Frauen auf der Pressekonferenz erzählten. Bisher hat ihnen nur kaum jemand richtig zugehört. Sie wurden belästigt – allerdings nicht von irgendwem, sondern vom Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika. Doch während andere Politiker und Hollywood-Größen über solche Vorwürfe stolpern, scheinen sie an Donald Trump abzuperlen.

"Dann schob Donald Trump seine Hand unter meinen Rock"

16 Frauen haben den Schritt an die Öffentlichkeit gewagt. In dem Dokumentarfilm '16 Women and Donald Trump' erzählen sie ihre Geschichten. "Er hat mich überall befummelt, dann schob er seine Hand unter meinen Rock", berichtet beispielsweise Jessica Leeds. Was die anderen Frauen Trump vorwerfen, sehen Sie im Video.

Die meisten dieser Vorfälle liegen schon Jahre zurück. Vieles davon kam auch schon im Wahlkampf 2016 ans Licht. Trump brüstete sich damals sogar damit, dass er jeder Frau zwischen die Beine fassen könne – geschadet hat ihm das nicht. Trotz der Belästigungsvorwürfe wurde er zum Präsidenten gewählt. Damit ist für ihn die Sache erledigt. "Das alles passierte, lange bevor er zum Präsidenten gewählt wurde - das Volk hat eine eindeutige Endscheidung getroffen und Trump unterstützt", erklärte seine Pressesprecherin Sarah Huckabee Sanders.

Senatswahl in Alabama wird zum Stimmungstest für Donald Trump

Doch langsam regt sich Widerstand. Die #MeToo-Bewegung hat einiges ins Rollen gebracht. Immer mehr Frauen wagen sich aus der Deckung und bekennen öffentlich, dass auch sie Opfer sexueller Gewalt wurden. Auch die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen machte deutlich, dass sie auf der Seite der Frauen steht. "Frauen sollten immer über so etwas sprechen können und wir sollten ihnen zuhören", erklärte sie.

Die Senatswahl im US-Bundesstaat Alabama wird darum zum wichtigen Stimmungstest. Die Wähler müssen sich entscheiden, ob sie ihr Kreuz beim demokratischen Kandidaten Doug Jones oder bei seinem konservativen Rivalen Roy Moore setzen. Auch Moore wird von mehreren Frauen beschuldigt, sie belästigt zu haben – zwei der angeblichen Opfer waren sogar noch minderjährig. Donald Trump sicherte dem Republikaner trotzdem seine Unterstützung zu und warb massiv für ihn. Wenn Moore verliert, hätten die Republikaner nur noch eine hauchdünne Mehrheit von einer Stimme im Senat.