Sexualstraftäter darf am 11. Januar sterben

03. Januar 2015 - 19:18 Uhr

Sterbehilfe für Sexualstraftäter: Kritik aus Deutschland

Ein belgischer Sexualstraftäter bekommt einem Medienbericht zufolge nach mehr als 30 Jahren Haft bald aktive Sterbehilfe. Die tödliche Injektion ist für den 11. Januar im Gefängnis von Brügge geplant, berichtet die flämische Tageszeitung 'De Morgen'

Sexualstraftäter bekommt bald Sterbehilfe in Belgien
Am 11. Januar der Sexualstraftäter Frank Van Den Bleeken wohl sterben.
© picture alliance / dpa, Virginie Lefour

Frank Van Den Bleeken ist der erste Häftling Belgiens, dem die Inanspruchnahme aktiver Sterbehilfe zugebilligt wurde. Er hatte erklärt, er wolle sterben, weil er nicht ausreichend therapiert worden sei. Ein Berufungsgericht in Brüssel billigte im September vergangenen Jahres einen entsprechenden Antrag des 51-Jährigen.

Der Mann war als 20-Jähriger wegen Mordes und mehrerer Vergewaltigungen verurteilt worden. Er leidet eigenen Angaben zufolge stark unter sexuellen Wahnvorstellungen. In Belgien ist aktive Sterbehilfe erlaubt, in Deutschland hingegen strafbar - Ärzte dürfen bei Schwerkranken nur lebenserhaltende Maßnahmen abbrechen.

Die Deutsche Stiftung 'Patientenschutz' kritisierte die Sterbehilfe. Ihr Vorsitzender Eugen Brysch erklärte, Recht und Humanität drifteten auseinander. "Töten statt Therapie, so die kühle Logik der Sterbehilfepraxis in Belgien", meinte Brysch. "Konsequent wenden belgische Gerichte die gesetzlichen Vorgaben an." Die Stiftung bezeichnet sich als einzige unabhängige Schutzorganisation für schwerstpflegebedürftige, schwerstkranke und sterbende Menschen in Deutschland.