Erstligist FC Emmen entgeht Millionendeal

Ärger um Trikotsponsor: Keine Sex Toys auf der Brust

FC Emmen will gegen das Verbot vorgehen.
© picture alliance

18. September 2020 - 15:50 Uhr

Niederländischer Verband verbietet Sex-Toy-Sponsoring auf Trikot

Mehr als eine halbe Million Euro hätte der niederländische Erstligist FC Emmen pro Saison von Hauptsponsor "EasyToys" bekommen. Für den Club ein überlebenswichtiger Deal während der Coronakrise. Doch der Verband will das Trikotsponsoring des Sexartikelherstellers verbieten - der guten Sitten wegen. Es sei laut Verband "zu unanständig". Nun will Emmen juristisch gegen diese Entscheidung vorgehen.

FC Emmen geht gegen Entscheidung vor

"Erstaunt und verärgert", reagierte der Club auf das Verbot der Zulassung des Deals mit seinem Hauptsponsor durch den niederländischen Fußball-Verband KNVB.

Dieser begründete seine Entscheidung damit, dass der Fußball "für Jung und Alt zugänglich ist und sein muss". Emmen kündigte an, rechtliche Schritte gegen das Verbot zu prüfen.

Sponsor kritisiert prüde Haltung

Der Sponsor, der einen Online-Handel für Sexspielzeug betreibt, kritisierte die nach eigener Meinung zu prüde Haltung des Verbandes. "Die Tatsache, dass Erotik und Sexualität für manche immer noch unangenehme Themen sind, geht aus der Entscheidung des KNVB abermals hervor", hieß es in einer Mitteilung. Emmen, das am ersten Spieltag ohne Sponsor auf der Brust aufgelaufen war, gehen durch das Verbotmehr als 500.000 Euro durch die Lappen.

Während der Coronakrise hatte schon der FC Seoul eine Sex-Toy-Affäre – hätte der Verband mal nach Südkorea geschaut.

Erinnerungen an "London" in Homburg

In Deutschland gab es schon vor mehr als 30 Jahren einen ähnlichen Fall. Der Zweitligist FC Homburg warb in der Saison 1987/88 auf der Trikot-Brust für den Kondom-Hersteller "London". Zu viel für die Sittenwächter beim DFB, die Homburg mit Punktabzug drohten und eine Geldstrafe von 100.000 Mark aufbrummten.

Zweitweise verdeckte Homburg die Werbung mit einem schwarzen Balken, die Causa Kondom ging vor Gericht. Nach einem Jahr Rechtsstreit urteilte das Landgericht Frankfurt Anfang 1989: Die Kondomwerbung auf den Trikots verstoße weder gegen Sitte noch Moral. Homburg lief wieder mit London auf.