"Inakzeptabel und unentschuldbar"

Sexismus-Eklat: US-Verbandsboss tritt zurück

Weltmeisterinnen
Carlos Cordeiro, Präsident der US Soccer Federation, posiert mit den US-Weltmeisterinnen in New York. Foto: Richard Drew/AP
deutsche presse agentur

Präsident tritt nach Aussagen zum "Gender-Pay-Gap" zurück

Der Präsident des nationalen Fußball-Verbandes (USSF), Carlos Cordeiro, ist zurückgetreten. Grund war ein Eklat um seine sexistischen Äußerungen im Streit um die finanzielle Gleichstellung der Frauen im amerikanischen Fußball.

"Meine Worte haben großen Schmerz verursacht"

Seit längerem schwelt zwischen den Nationalspielerinnen und dem Verband ein Streit über die Bezahlung. Die Spielerinnen fordern die gleiche Vergütung wie ihrer männlichen Pendants, dafür gingen sie sogar vor Gericht. In jener Verhandlung hatte der 61-Jährige den Unterschied in der Bezahlung damit gerechtfertigt, dass der Job eines Spielers aus dem Männer-Nationalteam ein höheres Niveau an Fähigkeiten verlange als der einer Spielerin aus der Weltmeister-Mannschaft der Frauen um Superstar Megan Rapinoe.

Jetzt der Widerruf: "Meine Worte haben große Schmerzen verursacht, insbesondere bei unseren außergewöhnlichen Spielerinnen der Frauen-Nationalmannschaft, die es besser verdienen. Es war inakzeptabel und unentschuldbar", sagte der zurückgetretene Präsident. Die Führung des Verbandes übernimmt zunächst die bisherige Vize-Präsidentin Cindy Parlow Cone.

Fall noch nicht entschieden

Das Frauen-Nationalteam, angeführt von Weltfußballerin Rapinoe, hatte vor einem Jahr einen Prozess angestrengt und vor dem Hintergrund der aus ihrer Sicht finanziellen Geschlechterdiskriminierung eine Gleichbehandlung gefordert. Sie streben eine Rückvergütung in Höhe von 66 Millionen US-Dollar an. Bis heute ist dieser Konflikt nicht gelöst. Der Fall soll am 5. Mai vor Gericht verhandelt werden.