Setzt Baschar Al-Assad Chemiewaffen in Idlib ein? Donald Trump droht mit Konsequenzen

05. September 2018 - 7:54 Uhr

USA wollen Einsatz von Chemiewaffen gegen Zivilisten verhindern

Die syrische Armee bereitet den Sturm auf die Rebellenhochburg Idlib vor. Beobachter fürchten, dass das Regime von Baschar Al-Assad dabei auch keine Rücksicht auf Zivilisten nimmt. Die USA wollen nun anscheinend zumindest den Einsatz von Chemiewaffen verhindern.

Millionen von Zivilisten sind in Gefahr

Zivilisten in Idlib sind in Gefahr
In Idlib leben noch rund drei Millionen Zivilisten.
© REUTERS, KHALIL ASHAWI

Donald Trump richtete eine scharfe Warnung an das Assad-Regime. Falls die syrischen Truppen erneut Chemiewaffen einsetzen sollten, würden die USA und ihre Verbündeten darauf schnell und "in angemessener Weise" reagieren, erklärte eine Trump-Sprecherin. Man beobachte die Situation in Idlib genau. Dort seien Millionen unschuldiger Zivilisten bedroht.

Auch die Vereinten Nationen warnten vor der größten humanitären Katastrophe im 21. Jahrhundert. Die Welt dürfe nicht "schlafwandlerisch" in diese Krise gehen, sagte UN-Nothilfekoordinator Mark Lowcock. Er schätzt, dass noch rund drei Millionen Zivilisten in Idlib leben.

In New York kündigte die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen an, der UN-Sicherheitsrat werde sich noch in dieser Woche mit der erwarteten Offensive auf Idlib befassen. Ein entsprechendes Treffen sei für den 7. September angesetzt. Am gleichen Tag wollen Russland und der Iran als Unterstützer der syrischen Regierung und die Türkei als Schutzmacht der Opposition über die Krise in Syrien beraten. Beobachter rechnen damit, dass sich dort das Schicksal Idlibs entscheiden könnte.

Idlib liegt nur 30 Kilometer von der türkischen Grenze entfernt

Rebellen und Menschenrechtler berichteten, dass die Region von Dutzenden russischen Bombardements getroffen wurde, die eine Bodenoffensive vorbereiten sollen. Dabei seien mindestens zwölf Zivilisten getötet worden. Syrische Staatsmedien berichteten auch von einem israelischen Luftangriff. Die syrische Flugabwehr habe israelische Raketen abgefangen. Von israelischer Seite gab es dafür bisher keine Bestätigung.

Idlib liegt nur etwa 30 Kilometer von der türkischen Grenze entfernt, darum rüstete sich auch die Türkei. Tausende Menschen könnten versuchen über die Grenze ins Nachbarland zu fliehen, wenn die Lage im Nachbarland weiter eskaliert. Die Türkei unterhält in der Provinz Beobachtungsposten und ist Schutzmacht einer Deeskalationszone.

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Idlib im Nordwesten Syriens ist das letzte große Gebiet des Bürgerkriegslandes, das noch von Rebellen beherrscht wird. Dominiert werden diese von dem Al-Kaida-Ableger "Haiat Tahrir al-Scham" (HTS), der früheren Al-Nusra-Front. Syriens Regierung hat Truppen zusammengezogen und droht mit einem Angriff zusammen mit ihren Verbündeten Russland und Iran.

Kremlsprecher Dmitri Peskow sprach davon, dass sich in der Provinz "das nächste Terroristennest gebildet" habe. "Wir wissen, dass die syrischen Streitkräfte sich darauf vorbereiten, das Problem zu lösen", sagte er der Agentur Interfax zufolge. Ein Datum für die Offensive nannte er nicht.


Quelle: DPA, RTL.de