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Separatisten planen Mobilmachung - Lage in der Ostukraine droht zu eskalieren

Separatisten planen Mobilmachung - Lage in der Ostukraine droht zu eskalieren

Separatisten wollen 100.000 neue Kämpfer bewaffnen

Nach den gescheiterten Friedensgesprächen sind bei erneuten Gefechten in der Ostukraine nach Angaben der Konfliktparteien innerhalb von 24 Stunden mindestens 25 Menschen getötet und 100 weitere verletzt worden. Separatistenführer Alexander Sachartschenko kündigte eine Mobilmachung im Donbass an – kommende Woche will er rund 100.000 neue Kämpfer bewaffnen. Einer Umfrage zufolge befürchten in Russland immer mehr Menschen eine weitere Eskalation des Konflikts.

Donbass: Tausende Menschen auf der Flucht vor dem Krieg
Tausende Menschen in der Ostukraine sind auf der Flucht - viele von ihnen sind traumatisiert.
REUTERS, MAXIM SHEMETOV

So wird mittlerweile an fast allen Frontabschnitten wieder heftig gekämpft, nicht selten landen dabei Granaten mitten in Wohngebieten. Auch die Stadt Debalzewe, rund 60 Kilometer nordöstlich von Donezk gelegen, steht nun unter Beschuss. "Wir haben hier keinen Strom mehr, keine Kohle, keine Heizung. Alle Geschäfte sind zu", sagt ein Bewohner der Stadt, die mittlerweile in Heerscharen verlassen wird. Den dort stationierten 6.000 ukrainischen Soldaten droht überdies die Einkesselung durch prorussische Rebellen.

Zivilbevölkerung auf der Flucht – viele traumatisiert

Viele Flüchtlinge, die nicht zu Freunden oder Verwandten konnten, sind in staatlichen Ferienheimen untergekommen. Viele der Menschen, darunter auch Kinder, sind schwer traumatisiert von den jüngsten Ereignissen. "Eine Rakete ist ganz in der Nähe explodiert. Ich weiß nicht was passiert ist, aber plötzlich lag ich in einem Loch", erinnert sich beispielsweise der sechsjährige Sergej.

Appelle an die Vernunft helfen im Krisengebiet allem Anschein nach schon lange nicht mehr. Die beiden Kriegsparteien haben inzwischen jede Zurückhaltung aufgeben, auch die diplomatischen Bemühungen Deutschlands bleiben unerhört. Unterdessen denken die USA sogar über die Lieferung von Drohnen und Raketen an die Ukraine nach. In und um Donezk und Lugansk sprechen im Augenblick nur noch die Waffen.