Sensation in Hamburger Tierpark

Seltenes Albino-Seebärenbaby geboren

01. Juli 2020 - 11:15 Uhr

Erster Albino in 100 Jahren Geschichte von Hagenbeck

Da haben die Tierpfleger nicht schlecht gestaunt. Erst bekommt in Hagenbecks Tierpark die Orang-Utan-Dame Toba ein Junges, ohne dass jemand gemerkt hat, dass sie schwanger ist und jetzt das: Im Eismeer wird ein Albino-Jungtier durch eines der Seebärinnen zur Welt gebracht. Für den Zoo könnte es nach langer Corona-Schlappe nicht besser kommen, denn die Kleine ist der erste Albino in 100 Jahren Geschichte von Hagenbeck.

Zuschauer verfolgten die Geburt des Seebärenbabys live

HANDOUT - 17.06.2020, Hamburg: Ein weißes Südamerikanisches Seebärenbaby liegt in einem abgetrennten Gehegebereich des Eismeers im Tierpark Hagenbeck. Das Albino-Seebärenbaby wurde am 15. Juni geboren. (zu dpa «Erstes Albino-Seebärenbaby im Tierpark
Weißes Seebärenbaby im Tierpark Hagenbeck geboren
© dpa, ---, bra

Was kommt denn da raus? Ein Eisbär? Viele der Besucher konnten wohl kaum ihren Augen trauen, als Mama Lucy am hellichten Tag vor ihnen das kleine schneeweiße Seebärenbaby zur Welt bringt – zum Glück eine problemlose Geburt.

Um die Mutter-Kind-Bindung zu festigen, verbringen die beiden die ersten Wochen jetzt gemeinsam in einem abgetrennten Gehege im Eismeer, ein wenig geschützt vor den Zuschauern. Nachdem sie bei der Geburt live dabei sein durften, können sie die Kleine ab sofort durch eine kleine Einsichtscheibe beobachten, wenn sie denn Glück haben und sie sich zeigt.

Eine alleinerziehende Seebärin

Papa Gringo kann die Väterfreuden leider nicht mehr erleben. Der in die Jahre gekommene Seebär ist schon im letzten Jahr an Altersschwäche gestorben. Er lebte von 2006 bis 2019 im Hamburger Tierpark und scheint besondere Gene gehabt zu haben. Neben dem kleinen Albino-Mädchen hat er noch sechs weitere Nachkommen gezeugt, mit denen die Kleine nun aufwachsen wird. Die Schwangerschaft dauert bei diesen Tieren ein Jahr.

Albino-Seebären haben kaum Überlebenschancen in der Natur

Albinismus entsteht durch Genmutationen und kommt in der Regel nur sehr selten vor. Die Überlebenschance der weißen Jungtiere mit roten Augen und rosafarbener Haut ist im Freiland nur sehr gering. Das liegt daran, dass sie für Fressfeinde sehr viel schneller zu sehen und somit leichte Beute sind. Außerdem werden Albino-Tiere ohne die vorhandene Tarnung auch von ihrer eigenen Beute schneller erkannt, was dazu führt, dass die Albinos oft verhungern.

Seebären: Eine bedrohte Tierart

Bei dem südamerikanischen Seebärenbaby handelt es sich um eine Art, die laut Weltnaturschutzunion IUCN auf der roten Liste steht. Im Freiland gibt es noch etwa 400.000 Südamerikanische Seebären - mehr als die Hälfte dieser Tiere lebt vor der Küste von Uruguay. Die anderen Tiere leben vor den Küsten von Peru, Chile und Argentinien. Neben der Überfischung der Meere macht diesen Tieren besonders die Verschmutzung ihres Lebensraums zu schaffen. Ein Problem, dass der kleinen südamerikanischen "Schneeprinzessin", die noch keinen Namen hat, wohl hoffentlich erspart bleiben wird.