Sensation bei US Open in New York: Tennis-Legende Roger Federer scheitert im Achtelfinale

Ach du grüne Neune! Roger Federer ist bei den US Open schon draußen.
Ach du grüne Neune! Roger Federer ist bei den US Open schon draußen.
© imago/Omid Davarian, imago sportfotodienst

04. September 2018 - 8:46 Uhr

Roger Federer nur ein Schatten seiner selbst

Paukenschlag bei den US Open in New York: Grand-Slam-Rekordchampion Roger Federer ist völlig überraschend im Achtelfinale des letzten Tennis-Majors des Jahres gescheitert - im Achtelfinale! Gegen den Weltranglisten-55. John Millman aus Australien verlor die Schweizer Tennis-Legende nach pflichtgemäßem Start mit 6:3, 5:7, 6:7, 6:7. Eine bittere Nacht für Federer: Erstmals verlor er in Flushing Meadows gegen einen Spieler außerhalb der Top 50.

70 vermeidbare Fehler - 10 Doppelfehler - 1. Service unter 50 Prozent

Federer wirkte in der Tennis-Sauna New Yorks bei extrem schwülen 30 Grad wie ein Geist. Der leichtfüßige Tennis-Maestro? Nicht zu sehen! 70 vermeidbare Fehler leistete sich der 37-Jährige. Und trotz der für seine Verhältnisse unterirdischen Leistung hatte er noch Chancen, das Match zu gewinnen.

Im zweiten Satz vergab er beim Stand von 5:4 zwei Satzbälle bei eigenem Aufschlag, im Tiebreak des dritten Durchgangs war er nur einen Punkt vom Satzgewinn entfernt, im vierten Satz brachte er ein Break nicht durch. Millmann wirkte deutlich fitter. Und dann war da noch Federers erster Aufschlag, sonst eine Tennis-Institution. Gegen Millmann aber servierte der Schweizer zehn Doppelfehler, die Quote seiner ersten Aufschläge lag unter 50 Prozent.

Außenseiter Millman jetzt gegen Djokovic

Der Außenseiter aus "Down Under" war überwältigt, als er nach 3:35 Stunden seinen dritten Matchball verwandelt hatte. "Ich kann es kaum glauben, Roger ist einer meiner Helden, er hatte heute sicher nicht seinen besten Tag, aber das nehme ich mit", stammelte der 29-Jährige. In der Runde der besten Acht trifft der Aussie mit Novak Djokovic gleich auf die nächste Tennis-Ikone. Der Serbe setzte sich im Achtelfinale mit 6:3, 6:4, 6:3 gegen Joao Sousa aus Portugal durch.

Federer hatte zu Beginn des Jahres bei den Australian Open seinen 20. Grand-Slam-Titel gewonnen. Danach aber lief es bei den großen Turnieren nicht mehr so recht. Die French Open in Paris ließ er aus, beim Rasen-Klassiker in Wimbledon schied er schon im Viertelfinale aus. Es folgte das New-York-Debakel gegen Millman. Die US Open hatte Federer von 2004 bis 2008 fünfmal in Folge gewonnen.