Seniorenbetreuung aus der Zukunft – ein Roboter ersetzt den Altenpfleger

13. Juli 2014 - 14:30 Uhr

Altenpflege aus der Zukunft

Er ist Altenpfleger, Feueralarm, Telefonservice und ärztlich Rundumbetreuung in einem. Dafür braucht es nur ein Tablet, ein paar Sensoren in der Wohnung, Strom und einen Roboter als Mitbewohner. Was klingen mag wie eine Utopie oder Science Fiction, ist in Italien nun Wirklichkeit. Die 94 Jahre alte Lea Ralli lebt seit einem halben Jahr mit einem Roboter zusammen, der sie betreut und überwacht. Noch ist es ein Pilotprojekt, das aber bald in Serie gehen soll. Die Altenpflege könnte somit revolutioniert und vor allem günstiger werden.

Lea Ralli mit Mr. Robin von GiraffPLus
Lea Ralli mit ihrem Pflegeroboter Mr. Robin von GiraffPlus.

Lea Ralli ist jedenfalls sehr begeistert von ihrem neuen Freund "Mr. Robin". Mit Hilfe seines Monitors kann die Seniorin bequem mit ihrem Kindern und Enkeln plaudern. Auch der Arztbesuch geht jetzt bequem vom Lieblingssessel aus. Und wenn in der Wohnung mal was passiert – ein Wasserrohrbruch oder Gasleck zum Beispiel – dann meldet der Roboter das sofort an die Rettungsdienste. "Die Idee ist, verschiedene Sensoren zu nutzen. Sie überwachen nicht nur den Menschen, sondern auch seine Wohnung", sagt Gabriella Cortellessa, Technische Leiterin des Projekts 'GiraffPlus', die den Pflegeroboter entwickelt.

Ab 2015 in Serie

Die Rundumbetreuung in der Altenpflege ist für viele unbezahlbar, die Altenheime werden zunehmend voller. Und viele Senioren möchten ihre Selbstständigkeit nicht einfach aufgeben. Genau in diesen Situationen soll der Pflegeroboter zum Einsatz kommen. Das Projekt 'GiraffPlus' wird von Forschern aus Rom entwickelt und mit 3 Millionen Euro von der Europäischen Kommission gefördert. Geplant ist, dass der Roboter 2015 in Serie geht, bis Ende 2014 sollen die Androiden in 15 Haushalten getestet werden, sagt Projektkoordinatorin Amy Loutfi. Sobald das Projekt in die Produktion geht, zahlen die zukünftigen Nutzer dann eine Einstiegsgebühr und regelmäßige Monatsbeiträge. Wie hoch die Beiträge sein sollen, steht aber noch nicht fest.

Lea Ralli möchte ihren "Mr. Robin" und die durch in gebotene Unabhängigkeit und gleichzeitige Sicherheit nicht mehr missen. "Ich weiß einfach, wenn mir etwas zustößt, ich stürze oder in Ohnmacht falle, dann kann ich einen Hilferuf per Fernbedienung senden", sagt sie. Und wenn er ihr doch mal auf die Nerven geht, dann schickt sie ihn einfach zum Aufladen an die Steckdose und gönnt sich und ihm eine Pause.