Seltene Krankheit: Laurens Gesicht schwillt plötzlich und unkontrolliert an

Lebensgefährliches Phänomen

An ganz normalen Tagen ist Lauren eine ganz normale hübsche junge Frau aus Nordengland. Doch ihre Krankheit kann immer und überall ausbrechen. Dann schwillt Laurens Gesicht an. Oder ihre Hände. Besonders schlimm ist es, wenn es ihre Atemwege betrifft. "Einmal begann es im Schlaf. Ich konnte nicht atmen, hatte Schmerzen in der Brust. Ich dachte ernsthaft, dass ich sterben werde", erinnert sich die junge Frau.

Laurens Krankheit nennt sich HAE -"hereditäres Angioödem". Bei ihr ist die Krankheit angeboren. Die Schwellungen überall sind Reaktionen des Immunsystems. Als Lauren zwölf war, begannen die Beschwerden im Magen-Darm-Trakt. "Ich war ständig im Krankenhaus, dreimal im Monat, fast jede Woche für ein paar Tage. Ich habe mich andauernd übergeben, hatte Bauchschmerzen. Solche Schmerzen mit zwölf, 13 Jahren, das kam einfach so ohne Ankündigung und war kaum auszuhalten."

Zwei Jahre später schwillt dann das erste Mal Laurens Gesicht an. Die Ärzte vermuten zunächst, dass sie gegen etwas allergisch ist. "Ich bekam gesagt, dass ich keine Schokolade und keine Käse vertrage und musste meine Ernährung umstellen. Es hieß, ich habe Übergewicht, dann wieder Untergewicht. Es gab alle möglichen Diagnosen, aber nichts stimmte", so Lauren.

"Es ging ihr so lange so schlecht. Wir waren bei Ärzten, im Krankenhaus. Es war auch für uns schlimm, weil wir nicht wussten, wie wir ihr helfen können", sagt ihr Vater Simon. Während eines Familienurlaubs in Spanien schwillt Laurens Gesicht so stark an, dass sie sofort zurück nach England ins Krankenhaus geflogen wird. Doch dieses Mal hat Lauren Glück. Denn endlich gerät sie an einen Arzt, der die seltene Krankheit HAE diagnostiziert.

Lauren hat seitdem immer Medikamente dabei. Sobald sie merkt, dass eine Schwellung beginnt, kann sie sich eine Spritze setzen. Ganz verhindern lässt sich das hereditäre Angioödem aber nicht. Stress zum Beispiel kann die Krankheit auslösen, erklärt Lauren: "Wenn ich mit jemandem streite, kann es das auslösen, Ärger mit meinen Freunden. Wenn ich mich fürchte. Ich kann keine Horrorfilme sehen, weil ich mich so erschrecke."

Lauren meditiert, um gelassen und positiv zu bleiben und der Krankheit so möglichst wenig Angriffsfläche zu geben. Und sie versteckt sich nicht mehr. Sie geht jeden Tag mit ihrem Hund Pickle spazieren. Früher hat sie sich tagelang verkrochen - aus Angst vor Blicken und Kommentaren: "Ich werde das mein Leben lang haben und kann mich nicht immer schlecht fühlen. Es ist ein Teil von mir."

Demnächst wird Lauren ein neues Medikament testen, das vorbeugend gegen die Attacke wirken soll. Und sie wird sich einen großen Traum erfüllen - endlich reisen! Lauren hat sich für eine Ausbildung als Flugbegleiterin beworben und wurde angenommen.