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Selbstmordanschlag von Ansbach: Islamischer Staat veröffentlicht mutmaßliches Bekennervideo des Attentäters

Täter versuchte zwei Mal, sich umzubringen

Nach dem Selbstmordanschlag in Ansbach ist ein angebliches Bekennervideo des Täters im Internet aufgetaucht. Veröffentlicht wurde es von Amak, dem Sprachrohr der Terrormiliz Islamischer Staat. Zu sehen ist eine Person, die sich ein schwarzes Tuch um den Kopf gebunden hat, so dass nur die Augen zu sehen sind. Ob es echt ist, steht noch nicht fest.

Die Person soll laut Beschreibung der junge Syrer sein, der sich mit einer Bombe bei einem Musikfestival in Ansbach in die Luft gesprengt hatte. Im Video schwört der Vermummte dem IS-Führer Abu Bakr al-Bagdadi zunächst die Treue und rechtfertigt die bevorstehende Tat mit den Angriffen der internationalen Koalition auf Muslime.

"Er kündigt ausdrücklich einen Racheakt gegen die Deutschen an, weil sie sich dem Islam in den Weg stellen, als Vergeltung", so Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU).

Experten werten die Handydaten des Täters aus. Auch hier sollen die Ermittler ein Bekennervideo gefunden haben. Sie wollen herausfinden, ob er allein gehandelt hat oder wie von vielen befürchtet von Terroristen auf das Konzert geschickt wurde. Dafür spricht, dass in seiner Flüchtlingsunterkunft mehrere islamische Schriften gefunden wurden sowie Materialien, die sich zum Bombenbauen eignen könnten.

Dagegen spricht, dass der Täter zwei Selbstmordversuche unternommen haben soll. "Dabei ritzte er sich oberflächlich die Arme", sagte Polizeipräsident Roman Fertinger. Möglich sei aber auch eine Kombination aus psychischer Störung und Terrorismus, so Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU).

Der Attentäter, ein 27-jähriger Flüchtling aus Syrien, hatte am Sonntagabend nahe eines Open Air Konzertes in Ansbach eine Bombe gezündet. Er kam dabei ums Leben und verletzte 15 Menschen, vier von ihnen schwer.

Europol: Mehrere hundert potentielle islamistische Terroristen in Europa

Tatort in Ansbach
Vor dieser Gaststätte in Ansbach zündete der Täter seine Bombe. © dpa, Karl-Josef Hildenbrand

Die europäische Polizeibehörde Europol schätzt die Zahl potentieller islamistischer Terroristen in Europa auf mehrere Hundert. Dabei handele es sich um radikalisierte Personen aus der EU, die nach Syrien oder in den Irak gereist seien, um dort für die Terrormiliz IS zu kämpfen, und nun wieder zurückgekehrt seien. Nach Ansicht von Europol nutzt die Terrororganisation IS die Flüchtlingsbewegung nicht systematisch, um Terroristen in die EU einzuschleusen. Viele der zurückgekehrten Kämpfer hätten zudem "weder die Absicht noch die Fähigkeit, terroristische Anschläge zu verüben", schrieb Europol.

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