Selbstmordanschlag in Somalia: Zahl der Toten in Mogadischu steigt auf 276

16. Oktober 2017 - 10:39 Uhr

Der schlimmste Anschlag in der Geschichte Somalias

Somalias Hauptstadt Mogadischu wurde am Samstag von dem verheerendsten Anschlag des Landes getroffen: Ein Selbstmordattentäter sprengte sich in einem Lkw in die Luft und tötete so jüngsten  Angaben zufolge mehr als 276 Menschen. Kurz nach dieser Explosion kam es zu einem zweiten Anschlag. Hier hatten Sicherheitskräfte aber verhindern können, dass weitere Menschen verletzt oder getötet wurden.

"Die Zerstörung sieht aus wie nach einem Erdbeben"

Der Lastwagen sei am Samstag mit hoher Geschwindigkeit eine Straße entlang gerast und habe Motorräder und Autos überrollt oder weggeschoben, berichteten Augenzeugen. Zwar hatten Sicherheitskräfte auf den Fahrer des Lkw geschossen, trotzdem gelang es ihm, eine der belebtesten Kreuzungen der Innenstadt zu erreichen. Dort sprengte er seinen Lastwagen in die Luft. Dabei wurden rund 300 Menschen verletzt. "Die Zerstörung sieht aus wie nach einem Erdbeben", beschreibt Augenzeuge Ahmed Hassan den schrecklichen Anblick.

Was genau das Ziel des Anschlags war, war zunächst unklar. In der Gegend befinden sich etliche Hotels, Läden, Restaurants und Regierungsgebäude. Augenzeugen vermuteten, womöglich sei das unter Somaliern beliebte Hotel 'Safari' im Geschäftsviertel Hodan Anschlagsziel des Attentäters gewesen, berichtet die 'Bild'-Zeitung.

Informationsminister macht Terrormiliz Al-Shabaab verantwortlich

Zunächst bekannte sich niemand zu dem Anschlag. Der Informationsminister Abdirahman Yarisow machte aber die sunnitische Terrormiliz Al-Shabaab dafür verantwortlich. In Somalia kommt es immer wieder zu Anschlägen durch die gefährliche Vereinigung. Ihr Ziel ist es, in Somalia einen sogenannten Gottesstaat nach striktem islamischem Recht, der Scharia, zu errichten.

Der Angriff sei eine nationale Tragödie, sagte Somalias Präsident Mohamed Abdullahi Mohamed im staatlichen Rundfunk. Er forderte die Menschen auf, für die Verletzten Blut zu spenden, und rief eine dreitägige Staatstrauer aus.

Kurz nach der Explosion kam es zu einem zweiten Anschlag, so der Polizist Ali Hassan. Allerdings konnten die Sicherheitskräfte verhindern, dass der Selbstmordattentäter, der sich in einem Auto in die Luft sprengte, weitere Menschen verletzt oder tötet.