Sein Blick soll heilen können: Wunderheiler Braco auf der Esoterik-Messe in Berlin

06. März 2018 - 16:47 Uhr

Wunderheiler, die Beschwerden wegstarren sollen

Das Gedrängel auf der Esoterik-Messe 'Spirit of Health' in Berlin ist groß: Menschen strömen scharenweise in einen Saal, um Braco zu sehen. Er soll ihre Beschwerden "wegstarren". Sein Blick sei so intensiv, dass er Nebenwirkungen habe: Kleine Kinder und schwangere Frauen sollen besser draußen warten, bis die Veranstaltung vorbei sei. So wird der angebliche Wunderheiler aus Kroatien dem wartendem Publikum angekündigt.

Menschenmassen zahlen für 'heilenden Blick' von Braco

Braco redet nicht, er starrt die Menschen einfach an. Was wohl bei den meisten Menschen für Kopfschütteln sorgt, löst bei seinen Anhängern ein "euphorisches Gefühl" aus. Seit den 90er-Jahren zieht er mit seinem 'heilendem Blick' Menschenmassen an – natürlich nicht umsonst, seine Anhänger zahlen für seine Sitzungen. Im Video können Sie sich von Bracos intensivem Blick selbst ein Bild machen.

MMS: Das angebliche Wundermittel gegen Krebs auf der Berliner Esoterik-Messe

Doch auf der Berliner Messe für 'Alternative Heilkunde' gibt es noch mehr, das einfach schwer zu fassen ist: Mittel wie MMS (Mineral Minimal Supplement), die zu schlimmen Verätzungen führen können, werden als Wundermittel beworben. Angeblich soll MMS, das auch unter dem Namen CDS bekannt ist, von schweren Krankheiten bis hin zu Krebs ungefähr alles heilen können sollen. "Leberzirrhose ist nicht heilbar? Von wegen! Darmkrebs? Geheilt. Magenkrebs? Zack, geheilt!", behauptet Andreas Kalcker. Er bewirbt dieses Wundermittel in Berlin und hat dazu auch Bücher verfasst. Dabei ist es in Deutschland verboten, MMS als Arzneimittel zu handeln. Daher stellen es sich die MMS-Anhänger auch zu Hause selber her. Dafür mischen sie Natriumchlorit und eine Salzsäurelösung zusammen. Daraus entsteht Chlordioxid. Ein Mittel, das industriell zum Bleichen von Textilien oder zur Desinfektion von Schwimmbädern verwendet wird.

Dieser Stoff ist ätzend und hochgiftig – Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen oder Verätzungen können da noch die kleineren Übel sein. Doch Kalcker zufolge sind Nebenwirkungen nur eine Folge von "Anwendungsfehlern". Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte und die Verbraucherzentralen raten dringendst von diesen 'Wundermitteln' ab. Vor allem für Kinder sind sie gefährlich.